Auszeichnung für Projekt „Engagierte Stadt Schwerte“

Schwerter Bürgerinnen und Bürger sind in hohem Maße engagiert. Die Projektbeteiligten freuten sich bei der Übergabe in der VHS über die NRW-Urkunde „Engagement des Monats Januar 2018“. (Foto: NO)

Schwerte. Der Arbeitskreis Engagierte Stadt Schwerte erhielt jetzt aus den Händen von Stefan Ast, Stiftungsreferent bei der NRW-Stiftung, und Andreas Kersting, Leiter des Referates Bürgerschaftliches Engagement in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, in der VHS am Markt die Urkunde „Engagement des Monats Januar 2018“.

Insgesamt 234 Projekt-Bewerbungen

Die Koordinatoren des Förderprojektes Engagierte Stadt Schwerte hatten sich erfolgreich für den Engagementpreis NRW 2018 beworben und stehen mit elf weiteren Projekten in der Endrunde für den Preis, der unter dem Motto „Engagement schafft Begegnung – zusammen für lebendige Gemeinschaften auf dem Dorf und im Quartier“ steht und Ende 2018 verliehen wird. Der Engagementpreis NRW wird von der Staatskanzlei NRW und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege vergeben. Mit der Auszeichnung werden vorbildliche Projekte des bürgerschaftlichen Engagements gewürdigt. Für den diesjährigen Preis hatten sich Vereine, Stiftungen und Bürgerinitiativen mit insgesamt 234 Projekten beworben.

Die zwölf nominierten Projekte werden als Engagements des Monats im Laufe des Jahres 2018 monatlich abwechselnd auf dem Portal www.engagiert-in-nrw.de vorgestellt. Aus diesen zwölf Projekten werden die drei Träger des Engagement-preises NRW 2018 ermittelt – ein Sonderpreis der NRW-Stiftung, ein Publikumspreis (durch eine Online-Abstimmung) und ein Jurypreis. Die Preise sind mit jeweils 2000 Euro dotiert. Die Preisverleihung soll am 4. Dezember in Düsseldorf stattfinden.

Die ersten Schritte

An die ersten Schritte auf dem Weg zur Bürgerkommune kann sich Anke Skupin noch recht gut erinnern. Zwar gab es in Schwerte schon länger die Idee, zu einer Bürgerkommune werden zu wollen, doch erst im Jahr 2015 nahm das Vorhaben so richtig Fahrt auf. Denn seitdem nimmt die Stadt am nördlichen Rand des Sauerlandes als eine von vier Kommunen aus NRW am bundesweiten Förderprogramm »Engagierte Stadt« teil.

Lösungskompetenz vor Ort gefragt

Das vom Bundesfamilienministerium und verschiedenen Stiftungen initiierte Programm unterstützt den Aufbau bleibender Engagementlandschaften in Städten und Gemeinden in Deutschland. Das Besondere dabei: das Programm fördert Kooperationen statt Projekte. Deshalb stehen in Schwerte seit zwei Jahren lokale Kooperationen unterschiedlicher Akteure der Stadtgesellschaft im Fokus, die gemeinsam eine partizipativ angelegte Beteiligungs- und Engagementstrategie erarbeiten und so den Zusammenhalt in der Stadt stärken wollen. Gefragt ist die Lösungskompetenz der Akteure vor Ort, weil sie am besten wissen, wo der Schuh im Gemeinwesen am meisten drückt.

Die erfolgreiche Bewerbung war der Startschuss, der das Vorhaben endgültig ins Rollen gebracht hat, sagt Anke Skupin, die als Projektleiterin die Umsetzung für die Stadt Schwerte federführend koordiniert. Seitdem läuft der bürgerorientierte Umbau der Hansestadt an der Ruhr auf vollen Touren.

Mehr lokale Demokratie

„Ziel ist es, ein neues Zusammenspiel zwischen kommunalpolitischer Entscheidungsfindung, Bürgerbeteiligung, bürgerschaftlichem Engagement und Verwaltungshandeln zu finden und mehr lokale Demokratie zu wagen“, erläutert Anke Skupin die Marschrichtung der „Entwicklungsgruppe Bürgerkommune“, die von der Stadt Schwerte tatkräftig unterstützt wird und der Vertreter/innen aus lokaler Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgergesellschaft angehören.

Gemeinsam hat die Gruppe ein Eckpunktepapier erarbeitet, welches die Grundlage für die Schwerter Leitlinien zur Bürgerbeteiligung und zum Bürgerengagement bildet und das 2018 durch den Rat der Stadt verabschiedet werden soll. Obwohl noch offen ist, wie sich die Schwerter Bürgerkommune danach konkret ausgestaltet, seien erste Strukturen aber bereits heute klar zu erkennen, sagt Anke Skupin.

Erfolge

Zu den bisherigen Erfolgen und Errungenschaften des Prozesses gehört beispielsweise eine eigens erstellte Internetseite (www.schwerengagierte.de), die alle Informationen rund um das bürgerschaftliche Engagement in Schwerte bündelt und präsentiert. Ebenfalls dazu gehört das „Forum SCHWERengagierTE“, das jeden Samstag zu den Marktzeiten am zentral gelegenen Marktplatz in Schwerte öffnet, Initiativen und Gruppen des Schwerter Engagements präsentiert und Interessierte berät.

Forum wird „Engagementcafé“

Seit Bestehen haben sich im Rahmen des Formats rund 60 Initiativen und Vereine den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt oder sich mit anderen Initiativen vernetzt. Alle Aktionen des Forums werden von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Das Forum wird sich im neuen Jahr in ein „Engagementcafé“ verwandeln und als neuer Ort der Begegnung und Vernetzung engagierten und interessierten Menschen in Schwerte offen stehen. Auch auf dem Programm steht ein Schülerhaushalt, der bereits Grundschulkinder an der Finanzplanung beteiligen soll.

Zukünftig wird es darum gehen, das Konzept beständig den Bedarfen entsprechend weiterzuentwickeln, sagt Anke Skupin. Dabei soll wie bisher „die gesamte Stadtgesellschaft, die ohne Bürgerengagement kaum vorstellbar ist, von den Angeboten profitieren“.

In stürmischen Zeiten das Gemeinwesen demokratie- und zukunftsfest zu machen: Der Schwerter Weg zur Bürgerkommune ist zwar ein ganz eigener, kann aber trotzdem Vorbild für andere Kommunen sein.

Kontakt

Kontakt und Ansprechpartner: Anke Skupin, Engagierte Stadt Schwerte, Am Markt 11, 58239 Schwerte, Tel. 02304 / 10 48 54, E-Mail: anke.skupin@stadt-schwerte.de, Web: www.schwerengagierte.de