B 236: Unmut bei Bürgerversammlung

Rund 200 kritische Bürger fanden sich im Festsaal der Heideschützen zur Informationsveranstaltung über den Ausbau der B 236 ein. Lärmschutz war ein heiß diskutiertes Thema. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Unmut herrschte am Mittwochabend im Schützenheim an der Heidestraße, wo auf Einladung der Stadt eine Bürgerversammlung zum Ausbau der B 236 zwischen der Stadtgrenze Schwerte/Dortmund und der Anschlussstelle an die A 1 stattfand. Rund 200 interessierte wie kritische Bürger fanden sich ein, um sich von den Vertretern der Hagener Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau NRW über den Stand der Planungen informieren zu lassen. Die Landesbetriebs-Mitarbeiter fühlten sich bei vielen Fragen offensichtlich nicht wohl in ihrer Haut, die Reaktionen auf die Bürgerfragen waren nicht immer angemessen. Bürgermeister Böckelühr konnte seine Qualitäten als Moderator beweisen.

Ewiges Thema Lärmschutz

Lärmschutz war ein beherrschendes und – wie zu erwarten – ein heiß diskutiertes Thema. Aktive Lärmschutzmaßnahmen in Form von entsprechenden Wänden – die unteren drei Meter „hochabsorbierend“, die oberen drei Meter transparent – sind für den Bereich vom Freischütz bis zur Bergstraße vorgesehen, an der Einmündung zur Heidestraße bleibt zwangsläufig eine Lücke. Dann müsse man die Heidestraße eben vom Verkehr abbinden, forderte eine Bürgerin, die Bergstraße bitte ebenso, ließ ein anderer Zuhörer verlauten. „Nicht zu machen, weder Heide- noch Bergstraße werden abgebunden“, kam kurz angebunden die Auskunft vom Podium.

Teil des Grundstücks opfern

Verärgert reagierten zahlreiche Anwohner bei der Auskunft, dass beim Ausbau der Hörder Straße die Schallschutzwände auf der Krone der schon vorhandenen Schallschutzwälle gebaut werden müssten oder einige Quadratmeter von Anliegergrundstücken dafür geopfert werden müssten. „Dann gehe ich vor Gericht“, schimpfe ein Anwohner empört.

Ein Anwohner der Bergstraße 3 – in diesem Bereich sind laut Straßen NRW keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen möglich – protestierte gegen den Straßenlärm, der auch die Hausbesitzer an der Kleinen Bergstraße plagt. „Der Flüsterasphalt hat nichts genutzt, der war nach kurzer Zeit kaputt!“ Lärmschutzmaßnahmen wurden auch für den Bereich des kleinen Parkplatzes gegenüber dem Freischütz gefordert: „Da parken viele Lkw und lassen ihre Motoren laufen!“

Eine Mutter äußerte zudem ihr Befremden gegenüber dem Plan, Rad- bzw. Fußwege vor den Lärmschutzwänden und damit direkt an der Straße anzulegen.

Abbiegen und wenden

Das Abbiegen vom Gartencenter Augsburg in Richtung Dortmund geht nicht direkt, man muss zunächst nach rechts fahren und dann in Höhe der A1-Abfahrt in Richtung Köln wenden. „Wenn die vielen Lastwagen hier wenden, gibt es Chaos und der Asphalt ist auch bald kaputt!“, gaben etliche Bürger zu bedenken.

Engpass

An der Anschlussstelle in Höhe von McDonalds soll der Verkehr auf der Hörder Straße stadteinwärts nur noch einspurig geführt werden. „Zu eng“, monierten kritische Anwesende.

Langwieriges Verfahren

Schon im August 2006 hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der B 236 eingeleitet. Auch damals fand eine entsprechende Bürgerversammlung statt. Aufgrund zahlreicher Einwände musste die Planung überarbeitet werden. Diese Planungsänderungen, die am Mittwoch im Festsaal der Heideschützen vorgestellt wurden, werden nun voraussichtlich vom 30. August bis einschließlich 29. September 2012 im Schwerter Rathaus, Ebene 4, ausgelegt.

Zahlreiche Bürger – vor allem die, bei denen beim Bau von Lärmschutzwänden Teile ihrer Grundstücke „abgeknapst“ werden müssten – haben den Gang vor Gericht angekündigt. Andere Bürger bemängelten, dass auch die neuen Planungen unzureichend, teilweise auch unausgegoren seinen. Wer sich bei der Bürgerversammlung mächtig geärgert hat, hat einen Trost: Bis das Planfeststellungsverfahren durchlaufen ist, die Pläne in trockenen Tücher sind und der Marsch durch die Instanzen abgeschlossen ist, dürften noch Jahre vergehen. Mindestens.