Containerdorf Gänsewinkel ist bereit für den Einzug

Schwerte. (NO) Die Wege sind gepflastert, die Räume geheizt.
Das Containerdorf am Gänsewinkel mag keinen Schönheitspreis gewinnen, doch ist
es eine sichere Bleibe. Geplant war er Einzug von Geflüchteten für Anfang
November, doch der wird nun etwas später erfolgen. „Wir rechnen jedoch mit der
Belegung noch im diesem Monat“, sagte Erster Beigeordneter Hans-Georg Winkler am
Donnerstag vor Ort. Die Fraktion der Grünen hatte um eine Ortsbegehung gebeten,
wohl die letzte vor dem Einzug.
Die 20 grauen Wohncontainer sind in zwei Sektionen mit jeweils zwei
Doppelbetten plus Stahlschrank unterteilt, dazwischen befindet sich ein kleines,
aber komplett ausgestattetes Bad. „Besser als in der Turnhalle“, befand
Grünen-Sprecherin Andrea Hosang. Gerade 7,2 Quadratmeter misst jeder
Schlafbereich. Beim Einzug sollen dafür gesorgt werden, dass Familien die
Sektionen gemeinsam beziehen können. Bis zu 60 Personen werden in Kürze die
Anlage bewohnen.
Die Wohncontainer sind angemietet, die Stadt Schwerte hatte jedoch für die
Strom- und Wasserversorgung sowie Kanalisation und Wegebeleuchtung zu sorgen.
Neben den Wohncontainern, von denen die meisten mit einer kleinen Überdachung in
Zweier-Einheiten verbunden sind, gibt es noch größere, gelbe Container. Dort
sind Duschen, Küchen, Waschküchen und Gemeinschaftsräume untergebracht. Die
Ansiedlung auf Zeit – angemietet sind die Einheiten bis Ende 2019 – ist mit
Erdwällen und einem Zaun von der benachbarten Wohnbebauung am Gänsewinkel
getrennt. Einige Nachbarn sehen die Ansiedlung kritisch und haben rechtliche
Schritte gegen die Bebauung eingeleitet.
Inwieweit die Geflüchteten im Containerdorf zumindest halbwegs heimisch
werden, steht in den Sternen. Die Grünen jedoch versprechen Unterstützung. „Nach
der Unterbringung müssen wir die Integration vorantreiben“, heißt es in einer
Stellungnahme von Reinhard Streibel. „Dazu gehört die Einbindung aller
gesellschaftlich relevanten Gruppen, die in vielfältiger Weise auch bereits
jetzt Integration auf einem hohen Niveau unterstützen und betreiben“, ergänzt
Andrea Hosang. So sollen unter dem Konzept „Fördern und Fordern“ alle
Altersgruppen von ausländischen Kindern im Kindergarten bis hin zu den älteren
Migranten in das gesellschaftliche Leben in Schwerte einbezogen werden.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob die Menschen, die das Containerdorf
am Gänsewinkel nun beziehen werden, dort überhaupt bleiben wollen.