Die Zeit nach dem Zivi

Schwerte. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) haben den Zivildienst abgelöst. Einst männliche Domäne, mischen nun junge Frauen den medizinischen Transportdienst auf. „Der Ton hat sich deutlich geändert“, findet Markus Niessner, Dienststellenleiter beim Schwerter DRK. Und damit meint er nicht, dass aus dem Aufenthaltsraum jetzt ab und zu Gekicher dringt. „Alle reißen sich mehr am Riemen, wenn viele Frauen da sind“, schmunzelt der erfahrene Chef.

Starker Auftritt: Deutlich weiblicher präsentiert sich das DR Schwerte nach der Zivildienst-Ära. (Foto: DRK Schwerte)

Bild gewandelt

Bedingt durch den Zivildienst war die Frauenquote einst ähnlich „hoch“ wie bei der Bundeswehr – das Laborpersonal bekam seine Blutkonserven meist von Männern. Doch schon seit der Einführung des FSJ vor einigen Jahren hat sich das Bild gewandelt, zu den letzten Zivis gesellten sich engagierte junge Frauen, die einen ersten Einblick in medizinisches Arbeiten gewinnen wollten. Seit die Wehrpflicht nicht mehr besteht, kommt dem Bundesfreiwilligendienst und dem Freiwilligen Sozialen Jahr eine entscheidende Bedeutung für die Personalplanung beim Roten Kreuz zu.

Viele Anfragen

„Erfreulicherweise erreichen uns viele Anfragen“, so Markus Niessner. „Derzeit haben wir vier Männer und sieben Frauen, die ihren BFD oder ihr FSJ bei uns absolvieren.“ Nadine Hugo ist eine von ihnen. Schon wenige Tage nach ihrer Bewerbung stieg sie beim MTD ein, begann mit einer Hospitation, um den Dienst in Ruhe kennenzulernen. Genau richtig für sie. „Ich mag es, viel Auto zu fahren“, sagt die 20-Jährige.

Erfahrungen im Rettungsdienst sammeln

Doch die FSJlerinnen kümmern sich nicht nur um den Transport von Blutkonserven, Untersuchungsmaterial oder Organen. Für sie besteht zudem die Möglichkeit, Erfahrungen im Rettungsdienst zu sammeln. Für Nadine Hugos Mitstreiterin Lyn Hüttebräucker eine spannende Option; wie ihre Kolleginnen hat sie soeben die Ausbildung zur Rettungshelferin abgeschlossen, denkt jedoch schon an den nächsten Schritt: „Eventuell lerne ich weiter bis zu Rettungssanitäterin.“

Starker Auftritt

Obwohl sie bis kurzem noch die Schulbank für ihr Abi oder Fachabi gedrückt habe, finden sich die jungen Frauen schnell in ihrem neuen Umfeld zurecht. Wenn’s doch mal klemmt, hilft ihnen Nicole Bongers. Die hauptamtliche Lehrrettungsassistentin findet den starken Auftritt des weiblichen Geschlechts super: „Ein Rettungswagen mit drei Frauen macht an der Einsatzstelle auf jeden Fall Eindruck!“