„Emscherland“ – Wenn Poesie auf Musik trifft

Der Schwerter Flusspoet Thorsten Trelenberg mit der neuen CD „Emscherland“. (Foto: Norbert Fendler)

Der Schwerter Flusspoet Thorsten Trelenberg mit der neuen CD „Emscherland“. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (Red.) „Emscherland“ heißt die neue CD, auf der sich Poesie und Musik aufs Schönste verbinden. Der Schwerter Flusspoet Thorsten Trelenberg ließ sich auf zahlreichen Spaziergängen durchs „Emscherland“ zu lyrischen Streiflichtern inspirieren, die auf der CD durch die Musik von Michael Bereckis (Kompositionen, Tasteninstrumente, Saxophone, Klarinetten und E-Bass) einen ganz eigenen Resonanzraum erfahren.

Thorsten Trelenberg: „Emscherland – das musste doch mehr sein als ein paar stillgelegte Zechen oder die ein oder andere begehbare Halde. Ich wollte tiefer eindringen, als man es bei einem Wochenendausflug tut. Wollte mehr erfahren von den Menschen, die hier noch vor wenigen Jahren zwischen qualmenden Schloten und an Flüssen und Bächen lebten, deren Wasser teilweise bis zu 80 Prozent aus stinkenden Abwässern bestand, und die sie trotzdem beinahe zärtlich ‚Köttelbecke‘ nannten. Ich wollte mehr, ich wollte – mäandern!“
Verliebt in Frau Emscher
Und dabei hat sich der Schwerter Flusspoet verliebt: „Nicht nur in Frau Emscher, sondern auch in ihre schönen Töchter, die oftmals nur als wenig beachtete oder unbekannte Nebenbäche und Zuläufe in Erscheinung treten. Mehr als 13.000 Wanderkilometer kamen so in den letzten Jahren zusammen. Immer geht es von der Mündung bis zur Quelle, kreuz und quer durchs Emscherland. Mal durch herbstlich gefärbte Buchenwälder oder durch von praller Sonne überhitzte Industriegebiete. Auf der Spur von verrohrten Bächen treibt es mich durch belebte Innenstädte und verödete Vororte. Keine Kleingartenanlage wird von mir ohne ein Zwiegespräch mit Gartenzwergen und Kleingärtnern durchquert.“
Wanderungen und Gedankengänge
Auf seinen Wanderungen lernte Thorsten Trelenberg, „dass Flüsse und Gedichte gemeinsame Eigenschaften haben. Dabei geht es nicht immer nur um Typisierungen wie Länge des Gewässers, Fließgeschwindigkeit, Länge des Textes oder ein gewähltes Versmaß. Wie man an den Gedichtzyklen, die durch das Emscherland inspiriert sind, erkennen kann, gilt es eine poetische Kreativität zu entdecken, die man sehr wohl findet, wenn man nur mit offenen Augen unterwegs ist. Unterwegs in einer Region, die viel zu oft immer noch als verrottetes Industriegebiet verschrien ist.“
Dem Komponisten und Musiker Michael Bereckis ist es gelungen, Trelenbergs Poesie mit Fingerspitzengefühl aufzugreifen und in Kompositionen umzuwandeln. Entstanden ist eine CD mit 25 vertonten Gedichten mit einer Spieldauer von knapp 70 Minuten.
„Emscherland“ ist für 10 Euro erhältlich direkt beim Dichter oder in der Ruhrtal-Buchhandlung.