Erste Flüchtlinge kommen nach Villigst

Schwerte. (NO) Kriege und Krisen allerorten – und Menschen, die deshalb ihre Heimat verlassen müssen und darauf hoffen, andernorts aufgenommen zu werden. 2013 wurden in NRW rund 127.000 Flüchtlinge aufgenommen, in diesem Jahr wird mit 200.000 gerechnet, doch wahrscheinlich kommen mehr. Denn die Welt wird auf absehbare Zeit nicht friedlicher.

Auch an Schwerte gehen die Flüchtlingsströme nicht vorbei. Auf die unplanmäßig steigenden Zahlen reagiert die Stadt mit weiteren Unterkünften. Denn das bereits bestehende Übergangsheim Zum großen Feld – rund 85 Bewohner auf Zeit aus fast 30 Nationen – und die Unterkunft an der Regenbogenstraße, wo mehr als 40 Personen untergebracht sind, platzen aus allen Nähten. Deshalb hat die Stadt Schwerte beizeiten den Kindergarten Liliput an Schröders Gasse 9 renovieren und mit neuen elektrischen Leitungen und Sanitäranlagen ausstatten lassen. 60.000 Euro haben die Maßnahmen gekostet. „Die ersten 20 Asylbewerber werden am Dienstag diesen Standort beziehen“, so Stadt-Pressesprecher Carsten Morgenthal.

Turnhalle als Unterkunft

Wegen des steigenden Flüchtlingsdrucks musste nun auch die Turnhalle neben der Schule Am Derkmannsstück in Ergste als Unterkunft eingerichtet werden – wohl eher eine Notfallmaßnahme. Trennwände wurden dort aufgestellt, Sport ist dort nicht mehr möglich. „Aber von den 17 Menschen, denen dieser Standort am Mittwoch zugewiesen wurde, hat dort niemand übernachtet“, so Pressesprecher Morgenthal.

Die Flüchtlinge kommen alle aus der Gemeinschaftsunterkunft „Zum großen Feld“, die dort schon über einen längeren Zeitraum untergebracht waren. „Den Leuten hat es in der Halle nicht gefallen, sie haben dann an anderen Orten übernachtet, sind wahrscheinlich bei Bekannten untergekommen. Das können wir den Menschen nicht verbieten“, so Morgenthal.

Es ist davon auszugehen, dass sich die Stadt Schwerte in Zukunft wohl auf noch mehr Flüchtlinge einstellen und für weitere Unterkünfte sorgen muss. Schon jetzt zahlt die Stadt für alle in Schwerte aufgenommenen Flüchtlinge knapp eine Million Euro pro Jahr.