Fit auf der Westhofener Amtswiese

Westhofen. „Noch mal anschieben“, schreit Max. „Noch ’ne Runde, Oma“, bettelt der Vierjährige. Und Oma gibt dem Ring der „Supernova“ neuen Schwung.

Februarwetter ist ganz offenbar kein Thema rund um die Spielgeräte auf der Amtswiese mitten in Westhofen: Es wimmelt im Sandkasten und auf der Rutsche trotz spärlicher Sonne. In eine weitere Runde startet jetzt auch der Verein „Amtswiese“: Bis zum Sommer soll eine Art Fitnesscenter im Freien gleich nebenan im Schatten der Kiefern ganz andere Altersgruppen anlocken.

„Wir wollen unseren Bürgerpark neuen Generationen erschließen und das Miteinander fördern“, sagt Margarete Brand. Erste Geräte für ein Alter, das mit der Supernova dann doch nicht mehr so ganz viel anfangen kann, stehen schon in Wartestellung. Für das „Powerfahrrad“, den „Sky-Walker“ oder die „Dip-Station“, die Schulter und Bizeps in Schwung bringt, hat der Verein schon ein Geldinstitut und einen Westhofener Unternehmer, der ungenannt bleiben möchte, als Sponsoren gewonnen. Doch das Endziel bleibt noch ein gutes Stück weiter gesteckt.

Seit im Jahre 2000, seit in den Werkstätten für die Ortsteilentwicklungsplanung die Idee eines Bürgerparks für das grüne Herz der Alten Freiheit geboren wurde, treibt der „Verein Amtswiese“ die Gestaltung voran. Zusammen mit Reinhard Franz, dem Landschaftsgärtner von Beruf und Westhofener aus Berufung, war Margarete Brand damals eine der ersten Aktiven. 2002 schloss man mit der Stadt einen Gestattungsvertrag, der dem Verein die Gestaltungsrechte für den Park übertrug. Stück für Stück entstanden dann eine ausgedehnte Spiellandschaft für Kleinkinder, ein gewaltiger, schon bei jeder ersten Schneeflocke heftig berodelter Schlittenhügel, die Seilbahn weiter unten gleich neben dem Kindergarten und vieles mehr.

Längst schon ist die Amtswiese ein starkes Pfund, mit dem der Ortsteil wuchern kann. Über manches Detail ist in den Jahren die Zeit sogar schon wieder hinweggegangen. So ist vom ehemaligen Indianerplatz nur noch das große Tippi und die Waschbärbank geblieben. Mangelnde Standfestigkeit und übereifrige Stadtgärtner, so erzählt Margarete Brand, haben die seinerzeit von Bernd Schumacher geschnitzten, großen Totempfähle inzwischen schon wieder zu Fall gebracht.

Instandgehalten wird die Amtswiese von der Stadt und dem immerhin 46-köpfigen Verein, der sich unter anderem mit Aufräum-, Putz-, Streich- oder sonstigen Aktionen daran beteiligt, dass das Schmuckstück ein Schmuckstück bleibt. Und nebenbei musste man die Amtswiese auch schon mal gegen Begehrlichkeiten verteidigen, die hier statt des Parks lieber Parkplätze und ein ganzes Einkaufszentrum etablieren wollten.

Nun aber will der Verein wieder mal ein Stück voranschreiten. Mit drei weiteren Geräten – einem Crosstrainer, einer Sit-up-Bank und einem Body-Twister – soll der geplante Fitnesszirkel komplettiert werden. Dringend werden weitere Sponsoren gesucht, denen Amtswiese und Ortsteil am Herzen liegen. „Wir sind auch für kleinere Beträge dankbar“, sagt Margarete Brand und steht unter 0179/ 4547753 für alle weiteren Informationen zur Verfügung.

Max ist derweil mit Oma ein Stückchen weiter durch den Park gezogen. Die Sonne hat sich jetzt deutlicher aus den Wolken gewagt, von den Sandkästen klingt Kindergeschrei herüber und oben auf dem Hügel lacht ein grünes Krokodil.