Frauengruppen-AG empört über „männliche“ Straßen-Benennung in Schwerte

Schwerte. Bereits 2016 hat die Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen einen Antrag an den Bürgermeister der Stadt gestellt mit der Bitte, die sozialpolitisch engagierte Bürgerin Cilli Kranefeld durch eine Straßenbenennung eventuell in Ergste, wo Cilli Kranefeld mehrere Jahrzehnte gelebt hat, zu ehren. Cilli Kranefeld wäre im September 90 Jahre alt geworden. Jetzt ist die AG Schwerter Frauengruppen entsetzt darüber, dass zwei neue Straßen in Ergste nicht den Namen engagierter Schwerter Frauen erhalten sollen, sondern künftig „Am Wietlohbach“ und in Wandhofen „Hermann-von-Wanthof-Straße“ heißen sollen.

Das geht aus einer Stellungnahme der AG Schwerter Frauengruppen hervor, die von Sprecherin Gudrun Körber unterzeichnet ist.

In der Stellungnahme heißt es:

Bereits 2001 erhielt Cilli Kranefeld die überparteiliche Ehrung mit der Überreichung der Stadtmedaille, die zweithöchste Auszeichnung der Stadt, die an Personen überreicht wird, die sich im Dienst am Gemeinwesen besonders verdient gemacht haben. Damit aber nicht genug. So mussten wir in einer weiteren Beschlussvorlage des AISU zur Straßenbenennung in Schwerte-Wandhofen feststellen, dass statt der Straßenbenennung Sophie-Ludwig-Straße nunmehr Hermann-von-Wanthof-Straße heißen soll.

Das setzt dem Ganzen ja wohl die Krone auf! Hier scheint eine bewusste Verhinderungsstrategie vorzuliegen. Bereits seit 1996 arbeitet der Arbeitskreis Schwerter Frauengeschichte(n) daran, den verborgenen wirkenden Frauen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen. Nach einer Zählung haben wir in Schwerte ca. 430 Straßen, davon sind 84 Straßen mit Männernamen und 10 Straßen mit Frauennamen benannt. Von Gleichstellung keine Spur. Wir, die Frauen der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen appellieren dringend an die Schwerter Ratsmitglieder, diese Chance, hier zwei weitere Frauen in der Geschichte der Stadt Schwerte mit einer Straßenbenennung zu ehren, nicht zu vertun.