Gesicht im Kornfeld

Rutengänger Karl-Heinz Becker befasst sich auch mit den Rätseln der Kornkreise und war kürzlich selbst mit einer Reisegruppe in Südengland, um die geheimnisvollen Muster in den Feldern zu erkunden. (Foto: NO)

Schwerte/Rheinen. (NO) Wie elektrisiert war Karl-Heinz Becker, als er jetzt Post vom Kornkreisforscher Günter Schermann aus Österreich erhielt. War der Rutengänger aus Rheinen doch erst kürzlich mit einer Reisegruppe unter der Leitung von Schermann in Südengland unterwegs – den Kornkreisen auf der Spur (der wk hat kürzlich berichtet).

Mysteriös

Wie Becker mitgeteilt wurde, hat sich in diesem Zusammenhang kürzlich ein neues Geheimnis aufgetan: Ein Gesicht im Kornfeld. Das erkennt man freilich erst auf den zweiten Blick – und auch nur dann, wenn man die Punktraster aus zwei sich ergänzenden Kornkreisen kombiniert. „Dann ist das Ergebnis allerdings überraschend“, so der Rutengänger aus Rheine. „Denn was man dann erahnt, ähnelt verblüffend dem Gesicht auf dem Grabtuch von Turin!“ Ein Jesus-Portait auf dem Acker? Kaum zu glauben. Aber Kornkreisforschern zufolge eben genau das.

Knapp verpasst

Ein „klassischer“ Kornkreis in Südengland. Die oft hochkomplexen Muster faszinieren nicht nur die Mitglieder der „Kornkreis-Gemeinde“. Kürzlich erschien ein merkwürdig bekanntes Gesicht auf dem Acker. (Foto: Archiv Becker)

„Auf der Tour durch Südengland im Sommer hat unsere Reisegruppe diese besonders ungewöhnlichen Kornkreise, die gemeinsam ein Gesicht ergeben, knapp verpasst. Aufgetaucht sind sie Ende Juni, Anfang August bei Wickham Green in Südengland. Kein Besucher durfte auf den Acker, und das Feld wurde dann sehr schnell gemäht. Doch ist es unseren Partnern in England noch gelungen, aus der Luft schnell ein paar Fotos zu machen“, erklärt Becker.

Menschliches Gesicht?

Wie der Österreicher Günter Schramm (dieser war als Dipl.-Ing. bis vor kurzem hauptberuflich als Informatiker im Umweltschutzbereich der Stadt Wien tätig und hat sich jetzt ganz dem Kornkreis-Phänomen verschrieben) dem Rutengänger aus Rheine jetzt mitteilte, hat sich sein „Kornkreis-Kollege“ Andreas Müller des geheimnisvollen Gesichts angenommen. Dessen Recherchen zufolge wurde vor rund zwei Monaten „in einem Feld bei Wickham Green in der südenglischen Grafschaft Berkshire ein großes Kornkreismuster entdeckt. Ein erster Fotoflug offenbarte dann ein zweites in einem Nachbarfeld.“ Übereinandergelegt lassen beide Formationen ein menschliches Gesicht erahnen, das vielen Betrachtern bekannt erscheint.

Die Punktraster der Kornkreise, die übereinandergelegt ein Gesicht erscheinen lassen. Behandelt man das Muster mit Weichzeicher, wird ein Gesicht wie auf dem Grabtuch von Turin sichtbar. (Foto: Archiv Becker)

Übereinandergelegt

„Dreht man die nördliche der beiden Kornkreisformationen in die richtige Position, lassen sich schon hier erste gesichtsartige Merkmale erahnen, wie sie mit Hilfe eines Punktrasters aus unterschiedlichen großen Kreisen entstehen, die auf insgesamt 16 rechtwinklig zu Traktorspuren im Feld verlaufenden Linien aufgereiht sind“, erläutert Kornkreisforscher Andreas Müller. Die Linien in den sich auffallen ähnelnden Kornkreismustern waren es dann, die den Hinweis darauf gaben, beide Formationen übereinander zu legen.

Schattenbild

Ist das Grabtuch von Turin Vorbild für das mysteriöse Gesicht im Kornkreis? (Foto: Archiv)

Nach verschiedenen Versuchen mit unterschiedlichen Positionen zeigte sich schließlich – ein Kornkreis um 180 Grad gedreht und spiegelverkehrt – tatsächlich ein erkennbares Bild. „Zu unserem Erstaunen war plötzlich das Schattenbild eines menschlichen Gesichts zu erkennen, mit Augenhöhlen, einer auffallend schmalen, langen Nase, einem Mund, hoher Stirn, langen Haaren und möglicherweise einem Bart. Kurz: Das Gesicht eines Mannes, dessen Merkmale der Vorstellung von Jesus Christus entsprechen. Besonders, wenn man das grobe Punktraster mit Hilfe von Weichzeichnern auflöst, ist das Gesicht recht deutlich zu sehen“, erinnert sich Andreas Müller an den Moment, als sich während der grafischen Analyse das Gesicht abzuzeichnen begann.

Was sagt Becker?

Und was sagt Rutengänger Becker zu diesem Phänomen? Er wundert sich nicht, dass die mysteriosen „Jesus“-Kornkreise so „ratz-fatz“ von den Feldern getilgt wurden: „Die Bevölkerung soll dumm gehalten werden, das Weltbild darf sich deshalb nicht ändern! Man darf gespannt sein, was uns die Darstellungen im Kornkreis noch alles bieten werden, eventuell bis zum 21. Dezember 2012. Denn dann endet der Maya-Kalender!“ Mal schauen, was dann passiert…