In der Luft zu Hause

Über ein Headset kann Christian Wolff jederzeit mit seinem Fluggast kommunizieren, während dieser die atemberaubende Aussicht genießt. (Foto: privat)

Kreis Unna. (ric) Als Christian Wolff 2005 eine Reportage über Tragschrauber sah, war er sofort begeistert. Ihm war klar: „Das muss ich auch probieren!“ Schnell war ein Termin in Hildesheim, dort gibt es eine Tragschrauberschule, gemacht und Wolff saß das erste Mal in einem Tragschrauber. „Das Gefühl war einfach atemberaubend“, schwärmt er. „Es gibt keine Scheiben, die die Sicht behindern. Außerdem fliegt es sich wie in einem Sofa, man spürt kaum Unebenheiten wie in einem großen Flugzeug. Es ist schlichtweg unglaublich.“

Der gelernte Elektromeister machte sich sofort daran, selbst einen Pilotenschein zu absolvieren. Nach einem halben Jahr, 30 praktischen Flug- und 60 theoretischen Stunden, war es dann geschafft: Christian Wolff flog zum ersten Mal ganz allein. „Das war ein spannender Moment“, erinnert er sich. „Man kann ja nicht, wie in einem Auto, einfach anhalten, wenn etwas ist. In der Luft muss man für jedes Problem eine Lösung bereithalten. Und wenn die nicht funktioniert, braucht man eben eine neue. Plötzlich ohne die Hilfe eines Fluglehrers unterwegs zu sein, war wirklich aufregend, aber auch ein grandioses Gefühl.“

Rundflüge: Der Gast entscheidet

Kurz darauf kaufte Wolff sich einen eigenen Tragschrauber, der im Hamm stationiert ist. Von dort aus fliegt der Schwerter über die gesamte Region – ob Münsterland, Sauerland oder nach Dortmund. Mittlerweile hat Wolff den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und befördert seine Gäste durch die Luft. „Wohin der Rundflug geht, entscheidet der Gast selbst“, sagt er. Dabei ist es ganz egal, ob man nur einmal das eigene Haus von oben sehen möchte oder innerhalb von zwei Stunden die Möhne-, Sorpetalsperre und den Dortmunder Phoenixsee besuchen will.

Der Tragschrauber startet vom Flugplatz in Hamm aus in die gesamte Region. (Foto: privat)

„Hier gibt es alles“

Als Schwerter fliegt Christian Wolff aber am Liebsten über die eigene Region. „Hier“, sagt er, „hat man eben alles. Berg und Tal, hohe und flache Gebiete, Wälder, Felder, Innenstädte und Flüsse. Man kann auch einfach mal mitten im Flug in der Luft stehen bleiben und Fotos machen. Der Modellbahnblick begeistert immer wieder aufs Neue und unsere Region bietet wirklich tolle Motive.“ Dank der 30 bis 180 Kilometer pro Stunde, die der Tragschrauber schafft, dauert es von Ergste nach Letmathe auch gerade einmal drei bis vier Minuten. Und: „Bislang habe ich noch niemanden gesehen, dem es nicht gefallen hat. Selbst Menschen, die unter starken Flugängsten leiden, kommen mit einem Tragschrauber bestens zurecht.“ Das liegt nicht nur daran, dass Luftlöcher kaum spürbar sind. Schließlich dreht sich im Flug der Rotor allein durch den Fahrtwind, nur zum Start wird der Rotor mit Motorkraft vorrotiert. Wichtig sei auch, so Wolff, dass man direkt mit dem Piloten kommunizieren kann. „So kann ich auf wirklich jeden Wunsch eingehen. Das einzige, was man bedenken sollte, ist: Wer sich einmal mit dem Flugvirus infiziert, kommt davon nicht mehr los.“ Sein Motto „Tragschrauber – die pure Lust zu fliegen“ ist daher Programm.

Weitere Informationen gibt es im Internet: www.tragschrauberrundflug-nrw.de