Konzertgesellschaft Schwerte sorgt sich um ihre Zukunft

Prof. Carl Joachim Heinrich sorgt sich um die Zukunft der Konzertgesellschaft Schwerte. (Foto: NO)

Schwerte. (NO) „Wir machen uns Sorgen um unsere Zukunft!“ Das sagte Prof. Carl Joachim Heinrich in seiner Begrüßungsrede zur ersten Veranstaltung der Konzertgesellschaft in diesem Jahr in der Rohrmeisterei. Zwar ist auch 2012 für ein volles Programm gesorgt: Zwölf Konzerte, nicht mitgerechnet vier Kooperationsveranstaltungen im Sommer mit der Katholischen Akademie und dem Evangelischen Studienwerk Haus Villigst. Dennoch sieht der Vorsitzende der Konzertgesellschaft dunkle Wolken am Horizont aufziehen.

„Welche Perspektiven sich für die Jahre ab 2013 für uns ergeben, hängt weitgehend auch von der Frage ab, ob und in welchem Umfang die Stadtsparkasse Schwerte sich weiterhin in der Lage sieht, ihre bis heute dankenswerterweise vorgenommene Förderung fortzusetzen, während die Stadt Schwerte selbst ihre seit Jahrzehnten geleistete Förderung unserer Abonnementkonzerte total eingestellt hat“, so Prof. Carl Joachim Heinrich und betont: „Daseinsvorsorge muss nach unserem Verständnis auch Vorsorge für das kulturelle Miteinander erfassen. Der politische Kraftakt, die Kultur als Staatsziel in der Verfassung zu verankern, ist leider bisher noch nicht gelungen.“

Hohe Preise nicht praktikabel

Es wird daher vor allem an den Musikfreunden liegen, wie zukünftige finanzielle Engpässe gemeistert werden können. Der Weg einer drastischen Steigerung der Eintrittspreise komme, so Heinrich, nicht in Frage. „Dies lässt der Vergleich mit den Kommunen der Region nicht zu. Für den Vergleich mit Dortmund gilt dies allerdings nicht – hier kostet ein Platz im mittleren Segment so viel wie bei uns ein ganzes Jahresabo.“

Nichts geht ohne Ehrenamt

Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von Vorstand und Beirat und vielen Mitgliedern gäbe es die Konzerte der Konzertgesellschaft gar nicht mehr. Podeste sind zu transportieren und aufzubauen, der Schriftverkehr mit den Vereinsmitgliedern und Abonnenten ist zu führen, die Kasse muss stimmen, Öffentlichkeitsarbeit ist zu leisten, die Betreuung der Künstler/innen muss gewährleistet sein, ebenso die Einlasskontrolle bei den Konzerten, die Vorverkaufsstellen sind mit Karten zu versorgen und schließlich muss auch dafür gesorgt werden, dass die Künstler bzw. Ensembles auch nach Schwerte kommen. Zuguterletzt müssen hier dann auch Veranstaltungsräume zur Verfügung stehen.

Abos und Sponsoring

Prof. Carl Joachim Heinrich appelliert an die Musikfreunde der Region: „Jeder neue Abonnenten, jede neue Abonnentin, jedes neue Abonnement, das ja auch verschenkt werden kann, ist für die Konzertgesellschaft ein Hoffnungsschimmer. Ebenso freuen wir uns über die Bestellung eines Konzertgutscheins.“ Nicht zuletzt hofft man auf Sponsoren, die beispielsweise die Kosten eines Konzerts übernehmen könnten.

Angst um Historisches Spiel

Nicht nur die Konzertgesellschaft hat einen guten Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus, auch um die Historischen Spiele kann man Schwerte beneiden. Wie bei der Konzertgesellschaft sind in Zukunft finanzielle Engpässe zu befürchten. Zum Schrecken vieler Eltern und Kinder, die sich gar nicht vorstellen wollen, dass dieses einmalige Angebot womöglich einmal eingestellt werden muss.

Einmaliges Erlebnis

Mit den Historischen Spielen wird bis zu 100 Kindern, Jugendlichen und auch interessierten Erwachsenen die Möglichkeit gegeben, eine Woche in einer anderen Zeitepoche – meistens im Mittelalter – zu „leben“, geschichtliche Kenntnisse hautnah zu erwerben, ein zeitgenössisches Handwerk auszuüben und gemeinsam Konflikte zu bewältigen. Kultur- und Weiterbildungsbetrieb, Jugendamt und Elsebad können sich glücklich schätzen, dass mit der durch Spenden des Lions Club und des Rotary Club ermöglichten Errichtung des Spieldorfes „Argeste“ am Elsebad in Schwerte die wohl deutschlandweit einmalige Situation entstanden ist, einen festen Ort für solche Spiele mit einem entsprechenden Ambiente und festen Unterkünften nutzen zu können.

Geld wird knapp

Seit zwölf Jahren leitet Regina Loftus das Ferienprojekt mit großem persönlichem Einsatz und für wenig Geld – „umgerechnet für einen Euro die Stunde.“ Jetzt fühlt sich die 52-Jährige an der Grenze ihrer Belastbarkeit und wünscht sich eine „Lohnerhöhung“. Die ist von der Stadt aufgrund des Nothaushalts freilich nicht zu erwarten. KuWeBe-Chef Klaus Kilian teilte mit: „Zur Durchführung des Herbstspiels entsteht eine Finanzierungslücke von 4500 Euro. Spendenanträge sind gestellt, es gibt bisher eine Absage, ansonsten wird über die Mittel 2012 später entschieden. Erfreulicherweise gibt es einen Spender, der 500 Euro überwiesen hat. Frau Loftus hat bisher nur eine Zusage für das Herbstspiel gegeben, sofern die Finanzierung gesichert ist.“ Die Perspektiven für 2013 sind noch unklar bzw. sie müssen noch geklärt werden.

Bleibt zu hoffen, dass sich noch Sponsoren finden, bevor dem Historischen Spiel die Luft ausgeht…