Mikrozensus 2017 startet

Düsseldorf. (Red./je) Wie viele Familien mit Kindern gibt es in Nord­rhein-Westfalen? Wie ist die Situation alleinerziehender Mütter oder Väter in unserer Gesellschaft? Wie viele Mütter sind berufstätig? Wie haben sich Vollzeitbeschäftigung und befristete Arbeitsverhältnisse entwickelt?
Antworten auf diese und ähnliche von Politik, Wissenschaft und Medien häufig gestellte Fragen gibt die Umfrage „Mikrozensus“. Durch sie werden Aussagen wie: „In NRW gab es 2015 etwa 8,7 Millionen Privathaushalte; darin lebten 2,5 Millionen Familien mit Kindern – wobei mehr als eine halbe Million Mütter alleinerziehend waren“ überhaupt erst möglich.
Datenerhebung
Um an die nötigen Daten zu gelangen, wird der „Mikrozensus“ seit 1957 jedes Jahr bei einem Prozent aller Haushalte im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Bei uns zuständig ist „Information und Technik Nord­rhein-Westfalen“ (IT.NRW) als amtliche Statistikstelle des Landes. Sie befragt jährlich rund 76.000 Haushalte zwischen Rhein und Weser. Die Befragungen erfolgen gleichmäßig auf alle Wochen des Jahres verteilt und entsprechen dem europäischen Standard. Nach einem mathematischen Zufallsverfahren werden Straßenzüge bzw. Gebäude ausgewählt. Die Haushalte, die in diesen „ausgelosten” Gebäuden wohnen, werden vier Jahre lang befragt.
Ein Viertel der Haushalte wird jährlich durch neue ersetzt.
Zur Durchführung setzt IT.NRW 350 Interviewer für die Befragungen der Haushalte ein. Diese kündigen ihren Besuch zuvor schriftlich an und können sich ausweisen. Um Datenschutz und statistische Geheimhaltung zu gewährleisten, sind sie zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet.
Auskunftspflicht
Abgefragt werden zum Beispiel persönliche Merkmale wie Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch, Erwerbstätigkeit und Gesundheit. Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht eine Auskunftspflicht. Aber auch bei der Beantwortung der Fragen auf freiwilliger Basis hoffen die Statistiker auf hohe Beteiligung, denn die Ergebnisse sind Basis für politische und wirtschaftliche Entscheidungen.
Besser persönlich
Die einfachste und zeitsparendste Art der Auskunftserteilung ist das persönliche Interview. Es besteht aber auch die Möglichkeit, selbst einen Fragebogen auszufüllen und diesen per Post an den Landesbetrieb zu senden.
In der Region
Natürlich ist IT.NRW auch im Erscheinungsgebiet des Wochenkuriers unterwegs, um Daten für den „Mikrozensus“ zu erheben.
In Hagen werden über das gesamte Jahr verteilt insgesamt 1.032 Haushalte befragt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis besuchen die Statistiker bis Dezember 1.688 Haushalte, davon 32 in Breckerfeld, je 168 in Ennepetal und Gevelsberg, 112 in Herdecke, 160 in Schwelm, 96 in Sprockhövel und 152 in Wetter. Von den 1.936 im Märkischen Kreis untersuchten Haushalten entfallen 448 auf Iserlohn sowie 160 auf Hemer.
Und auch nach Schwerte kommen die Statistiker: 240 Haushalte der Ruhrstadt fließen in die Untersuchung ein.