Mit Schild und Salz

Der Schwerter Winterdienst ist bereit zum Ausrücken. Hier „Chefplaner“ Sascha Behle vor einem großen Einsatzfahrzeug des Baubetriebshofes, das noch mit einem Schneeschieber ausgestattet werden muss. Dahinter ist ein Teil des Salzsilos zu sehen, bis zum Rand gefüllt mit 250 Tonnen Streusalz im Wert von 25.000 Euro. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Die ersten Schneeflocken sollen fallen – und der Schwerter Winterdienst kann jederzeit ausrücken. „Die Bereitschaft steht seit Anfang der Woche“, so Gerhardt Krawczyk, Leiter des Baubetriebshofs Schwerte an der Schützenstraße.

Früh und spät

Die Früh- und Spätschicht des Winterdienstes wird aus eigenen Reihen rekrutiert und steht auf Abruf bereit – von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, samstags durchgehend. Handstreuer können schon etwas früher Feierabend machen: um 20 Uhr.

Einsatzteams

Bereit zum Schneeeinsatz sind neben dem Bereitschaftsleiter drei mal zwei Baubetriebshof-Mitarbeiter auf den großen Räumfahrzeugen, die vorne mit Schneeschild zum Wegschieben und hinten mit einer Streuvorrichtung ausgestattet wurden. Ebenso ausgerüstet sind zwei kleinere Räumfahrzeuge. In den Startlöchern steht außerdem ein Team von ebenfalls drei mal zwei Handstreuern, die mit dem Pritschenwagen ausrücken und mit der Schaufel dort aktiv werden, wo die Kollegen nicht so einfach hinkommen – an Bushaltestellen beispielsweise, Fußgängerüberwegen oder Gehwegen.

Planung und Preis

Geplant wird der Schwerter Winterdienst von Baubetriebshof-Mitarbeiter Sascha Behle, der auch das Streusalz bestellt. „25.000 Euro kostet das Salz für einen Durchschnittswinter, und bestellt wird immer schon im Sommer, wenn die Preise niedriger sind“, so Gerhardt Krawczyk. 25.000 Euro – mit dieser Summe war die Stadt Schwerte übrigens auch im „Jahrhundertwinter“ vergangenen Jahres von der Partie – weil wegen diverser Engpässe ohnehin kein weiteres Streumaterial zu bestellen gewesen wäre. „Notfalls muss man eben die Streumenge reduzieren, dann reichen auch so zehn Gramm auf einen Quadratmeter“, ergänzt Sascha Behle.

250 Tonnen im Silo

Gelagert wird das Streusalz im Silo hinter der Zufahrt des Baubetriebshofes. Neun Jahre ist der hölzerne Behälter alt, 18 Meter hoch und fasst 250 Tonnen. Das Gebilde ist randvoll. Aus Holz besteht der Silo wegen der vorteilhaften Eigenschaften des Naturstoffes im Hinblick auf Feuchtigkeitsentwicklung. Denn trocken sein und bleiben sollte das Salz schon. „Einmal hatten wir etwas feuchtes Salz eingelagert, das im Silo klumpte und nicht richtig nachrutschte. Mit der Folge, dass es den Anschein hatte, es wäre noch viel mehr im Behälter als tatsächlich vorhanden“, erinnert sich Behle. Der Salz ganz bequem per Internet beim Deutschen Straßendienst nachbestellen kann, sollte es tatsächlich knapp werden.

Auch Bürger haben Winterdienst

Nicht nur der Baubetriebshof muss jedes Jahr aufs Neue für den Winterdienst sorgen. „Diese Aufgabe haben auch die Schwerter Bürger“, erinnert Baubetriebshofleiter Krawczyk. „Wer nicht aus ganz speziellen Gründen von der Raumpflicht befreit ist, muss mit der Beseitigung von Schnee und Glätte vor dem Haus bis spätestens sieben Uhr beginnen, und ab 20 Uhr können die Arbeiten eingestellt werden. Sonn- und Feiertags gilt die Räumpflicht ab 9 Uhr. Ansonsten gilt der Grundsatz: erstmal muss der Schnee weg, bevor Salz oder Granulat zum Einsatz kommen. Also: Räumen vor Streuen!“

Bleibt nun zu hoffen, dass der diesjährige Winter den Bürgern, aber auch dem Winterdienst des Baubetriebshofes nicht allzu viele Einsätze abverlangt!