Mitmachen beim DRK

Schwerte. (NO) Früher gab es noch Zivildienstleistende, die bei den Hilfsorganisationen als kostengünstiger Personalzuwachs willkommen waren. Seit Abschaffung der Wehrpflicht gehören die „Zivis“ der Vergangenheit an, dafür kommen jetzt „Bufdis“ zum Einsatz. Diese wenig ansprechende Wortschöpfung steht für „Bundesfreiwilligendienstleister“ – auch nicht viel besser. „Bufdis“ gibt es beispielsweise beim Deutschen Roten Kreuz in Schwerte. Aber nicht besonders viele. In diesem noch jungen Jahr ist gerade erst eine vierte Stelle besetzt worden. Es dürften gerne ein paar mehr sein.

Das DRK in Schwerte
Rund 2000 Fördermitglieder sowie über 80 aktive Helfer von Haupt- über Ehrenamt bis zu 400-Euro-Kräften betätigen sich beim DRK Schwerte in den Bereichen Katastrophenschutz, Krankentransport- und Rettungsdienst, Sanitätsdienst und Medizinischer Transportdienst (MTD).  Ansässig ist die Schwerter Sektion im Dr.-Werner-Voll-Haus an der Lohbachstraße neben der Feuerwache. Vorsitzender des Ortsvereins ist Bürgermeister Böckelühr, stellvertretender Vorsitzender Martin Kolöchter, Dienststellenleiter ist Christian Becker.
Das DRK verfügt über 17 Fahrzeuge, die jährlich rund 25.000 Fahrten absolvieren. Hierbei kommen auch „Bufdis“ und Freiwilligendienstler zum Einsatz. Die Einsatzzentrale im DRK-Haus koordiniert die Fahren , die vorwiegend im Großraum Rhein-Ruhr stattfinden, Spezialaufträge führen auch darüber hinaus.

Der Bundesfreiwilligendienst ist im Prinzip offen für Männer und Frauen ab 16 Jahren, die Zeit haben, sich zu engagieren und dabei nicht aufs Geld gucken. Denn das Taschengeld darf 330 Euro nicht überschreiten. Dennoch bietet der Einsatz als Bufdi viele Vorteile, die sich nicht in Geldwert umrechnen lassen. Beispielsweise gesellschaftliches Engagement im Zeichen der Menschlichkeit sowie freundschaftlicher Zusammenhalt. Und nebenbei könnte sich auch die eine oder andere Berufsperspektive ergeben.

Junge Leute gern gesehen

Dass das DRK gern junge Leute mit ins Boot holt, beweist das Jugendrotkreuz, das es vor Ort offiziell erst seit März 2011 gibt. Sinnvoll ist darüber hinaus für alle interessierten Jugendlichen die Ableistung eines Freiwillen Sozialen Jahres (FSJ) oder speziell der Einsatz als Berufsfreiwillige/r. Mitmachen können jederzeit interessierte junge Leute von 16 bis 26 Jahre für die Dauer von sechs bis 18 Monate, in der Regel von zwölf Monaten.

Pluspunkte sammeln

Martin Kolöchter: „Soziales Engagement bei unserem DRK bringt einen echt Pluspunkt im Lebenslauf. Man kann erste Berufserfahrungen sammeln, Einblicke in soziale Bereiche gewinnen gleichzeitig die Wartezeit auf einen Studienplatz oder eine Ausbildungsstelle sinnvoll nutzen. Neben der praktischen Arbeit als Fahrer oder in der Einsatzzentrale werden darüber hinaus Bildungsseminar angeboten.“

Tobias Olenberg, 20, ist neben Alexander Overkamp, 21, und Steffen Meier, 18, auch Bufdi beim Schwerter DRK. „Ein Freund, der auch hier aktiv ist, hat mich auf die Idee gebracht, hier einzusteigen. Die Arbeit ist vielseitig und macht auch deshalb Sinn, weil ich noch keinen Studium begonnen habe. Außerdem wird das Wartesemester angerechnet.“

Sinn und Teamgeist

Martin Kolöchter ergänzt: „Zudem stimmt hier die Atmosphäre, sonst kämen wohl nicht so viele ehemalige Zivis auch jetzt noch mal auf einen Kaffee vorbei. Außerdem haben sich ja die Freiwilligendienstler und Bufdis im Gegensatz zu den Zivis bewusst für uns entschieden, das wirkt sich positiv auf die Qualität unserer Truppe aus. Nicht zuletzt ist der Teamgeist ein positiver Faktor, es bilden sich auch Freundschaften und viele bleiben uns auf die eine oder andere Art erhalten. Nicht zuletzt können sich interessierte Mädchen und Jungen beispielsweise als Rettungshelfer ausbilden lassen – als möglicher Weg in eine feste berufliche Anstellung.“

Bewerbungen als Bufdi oder für den Freiwilligendienst sind beim DRK Schwerte an der Lohbachstraße jederzeit möglich.