Nachbarin ermordet!

Schwerte. (NO) Loretta Leindeetz, eine regional bekannte Verfasserin von hochgehypten Groschenromanen, ehemalige Reporterin bei einer Tageszeitung und Möchtegern-Künstlerin, ist tot. Ermordet im Bad auf dem „Duschklo“. Man hatte ihr den Schal um den Hals geknotet und zugezogen. Wurde die Mittsechzigerin Opfer eines Nachbarschaftsstreits, war der Mörder einer ihrer zahlreichen Feinde oder ging es nur um Geld? Ein Fall für Privatdetektiv Amor Amaro.

Toccato gibt es nicht

Den Mann mit dem süßlichen Namen gibt es allerdings nur im Buch mit dem Titel „Amor Amaro und die tote Nachbarin“. Das wiederum wurde verfasst von einem gewissen Marco Toccato. Doch auch der ist nur erfunden, besser gesagt, Toccato ist ein Pseudonym eines Mannes mit offensichtlichem Italien-Faible und erst kürzlich erwachten schriftstellerischen Ambitionen. Dass dieser aus Dortmunder Süden kommt, einen eher technischen Berufshintergrund hat, mittlerweile Rentner ist und sich erstmals als Krimiautor versucht, hat der Wochenkurier bereits herausgefunden. Ansonsten hat der anonyme Autor um Diskretion gebeten. Mag er also seine Identität selber enthüllen – möglicherweise nach der Veröffentlichung seines zweiten Buches, das in wenigen Tagen erscheint.

Lokalkolorit

„Amor Amaro und die tote Nachbarin“, erhältlich im Internet unter „tredition.de“ sowie vor Ort in der Ruhrtal-Buchhandlung, spielt in einer Großstadt in der unmittelbaren Nachbarschaft Schwertes namens Kronenburg, in der der Leser sofort Dortmund erkennt. „Toccato“ spielt mit reichlich Lokalkolorit, Orte und Personen sind bisweilen auf anheimelnde Weise vertraut, wenn auch oft überzeichnet. Da gibt es die Fleischfachverkäuferin in einem Supermarkt in „Kronenburg-Hückelheim“, die aussieht wie eine Schwester von Götz Alsmann, oder eine über 90-jährige Gastwirtin, die das beste „Pilsken“ von ganz Kronenburg zapft. Viele Berghofener werden sich noch an dieses unverwüstliche Kneipen-Original erinnern…
Der Protagonist Amor Amaro, Jahrgang 1951 und seit 1957 in Kronenburg wohnhaft, ist ein Privatdetektiv, dessen Eltern mit der ersten Gastarbeiterwelle in die Region kamen. Ganz nebenbei klärt Amaro den Mord an der Nachbarin seines besten Freundes Hans Kleinert auf, der als Hauptverdächtiger im Fadenkreuz steht. In die Krimihandlung sind – ganz à la Simmels „Es muss nicht immer Kaviar sein“ – italienische Kochrezepte eingestreut.

Warnung!

Nun an der Lektüre Interessierten möchte der Autor vorab warnen: „Wenn Sie einen Kriminalroman erwarten, kaufen sie diese Buch NICHT! Es beginnt zwar mit dem Leichenfund der Nachbarin, jedoch wird der nur genutzt, um an Orte und Zeiten zu erinnern, die leider verändert und vergangen sind. Außerdem geht es um eine Liebesgeschichte, die völlig ohne Sex auskommt. Wenn Sie also etwas mit Sex lesen wollen, kaufen Sie dieses Buch ebenfalls nicht!“
„Amor Amaro und die tote Nachbarin“ ist im Internet unter „tredition.de“ sowie vor Ort in der Ruhrtal-Buchhandlung erhältlich. In Kürze erscheint „Marco Toccatos“ zweites Buch, dessen Titel bei Redaktionsschluss noch nicht feststand. Soviel sei gesagt: Das ist ein Krimi, der in der Kronenburger – oder Dortmunder? – IT-Szene spielt und Ähnlichkeiten mit „Welt am Draht“ aufweist. Ein neuer Fall für Amor Amaro, und auch sein Kumpel Hans Kleinert ist wieder dabei . Womit die Hauptpersonen wohl