Nahversorgungszentrum Ergste

Ergste. (NO) Kontrovers diskutiert wird seit geraumer Zeit das Projekt „Nahversorgungszentrum Ergste“. Bekanntlich wurde zunächst das Himmelmannsche Feld ins Visier genommen. Das Entwurfskonzept umfasst im wesentlichen einen Discounter mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche, einen Vollsortimenter mit 1500 Quadratmetern plus Getränkemarkt sowie die Möglichkeit, in den vorgelagerten Shopflächen kleine, örtliche Dienstleister und Ladeneinheiten zu platzieren sowie ein Gebäude mit 25 Wohneinheiten für barrierefreies Service-Wohnen inklusive (Eis-)Café.

Schuldzuweisung nicht akzeptabel

Im Gespräch sind neben dem Himmelmannschen Feld auch Alternativstandorte, so die Fläche zwischen Letmather Straße und Wiesengrund und zwischen Mühlendamm und Kirchstraße Jetzt hieß es im aktuellen Bürgermagazin „Ergste und wir“, dass aufgrund der Tatsache, dass der Ergster Bauverein seine angrenzenden Grundstücksflächen nicht verkauft, dieses Grundstück für Einzelhandelsnutzung definitiv nicht bebaubar seien. Wenn sich die Pläne zum Bau eines neuen Nahversorgungszentrums in Ergste nicht verwirklichen ließen, sei das jedoch keinesfalls die Schuld des Genossenschaftlichen Bauvereins Erste, so dieser in einer Stellungnahme.

Stellungnahme

Für ein Projekt am Mühlendamm gebe es handfeste Hindernisse: „Die Fläche des „Wäldchens“ ist für eine solche Maßnahme nicht ausreichend, selbst wenn wir große Flächen der rückwärtigen Grundstücke unserer Häuser in der Kirchstraße an den Investor verkaufen würden“, heißt es in der von Gabriele Hafner, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, gezeichneten Stellungnahme. „Nach unseren Informationen müsste der Betreiber die Nutzung über zwei Etagen anbieten, somit wäre hier ein barrierefreier Einkauf auch nicht so einfach möglich.“ Außerdem stellten Gasleitungen neben dem Bachlauf ein zusätzliches Problem dar.

Eventuell eigene Nutzung

„Im Juni 2011 hatten wir ein informatives Gespräch mit Zuständigen der CDU, in dem Standorte für ein Nahversorgungszentrum erläutert wurden. Wir sagten zu, eine Überprüfung durchzuführen, ob ein eventueller Verkauf der hinteren Grundstücke möglich wäre. In einer Vorstands- und Aufsichtsratssitzung haben wir uns einerseits wegen der vorgenannten Informationen, die wir zwischenzeitlich erhalten hatten, und der Tatsache, dass wir die Mieter unserer Häuser nicht mit weiterem Verkehrslärm belasten wollten, gegen einen Verkauf entschieden. Zum Anderen überlegen wir, später einmal selbst die besagten Grundstücke für barrierefreies Bauen zu nutzen.

Wir möchten mit den genannten Erläuterungen klarstellen, dass ein eventueller Neubau eines Nahversorgungszentrums keineswegs an dem Nichtverkauf der Grundstücke des Genossenschaftlichen Bauverein Ergste e.G. scheitert, sondern hier vielmehr viele andere Faktoren greifen.

Als Vermieter in Ergste sehen wir selbstverständlich die Notwendigkeit einer ausreichenden Versorgung durch Lebensmittelgeschäfte etc., möchten aber bezüglich des richtigen Standortes keine Stellung beziehen. Dieses sollte in Gesamtabstimmung mit der Verwaltung – dem Ausschuss für Demographie, Stadtentwicklung und Umwelt – sowie der Politik erfolgen“, heißt es abschließend in der Stellungnahme des Genossenschaftlichen Bauverein Ergste.