Rotmilan bremst Ergster Windpark-Pläne aus

Ergste. (NO) Wird das noch was mit dem Windpark zwischen Schwerte und Iserlohn? Nicht, wenn es nach der Initiative Schälker Heide Ergste (SHE) geht. Beflügelt fühlt sich SHE jetzt von einem Gutachten über Rotmilane im Bereich der „Windpotentialfläche“. Danach kann ein „erhöhtes Tötungsrisiko“ durch Windenergieanlage nicht ausgeschlossen werden. Das dürfte reichen, die Windparkpläne bis auf weiteres auszubremsen.

Zum Hintergrund

Auf der Schälker Heide woll(t)en, wie bereits mehrfach berichtet, die Stadtwerke Iserlohn und Schwerte im Rahmen eines Kooperationsprojekts einen kleinen Windpark anlegen. Acht auf den Höhenlagen verteilte Windräder, teils 200 Meter hoch mit Rotordurchmessern von rund 100 Metern, könnten bis zu 18.000 Haushalte mit „grüner“ Energie versorgen. Der Baubeginn wurde für 2014 anvisiert.

Doch kaum hatten Artenschutzuntersuchungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen zur Ausweisung der Schälker Heide als „Windpotentialfläche“ begonnen, formierte sich die Initiative Schälker Heide Ergste (SHE). „Die Dimensionen der geplanten Windkraftanlagen passen nicht in das Landschaftsschutzgebiet des Ergster Waldes!“, so die Initiative. Nun sieht sich SHE weiter im Aufwind, liegt doch nun eine von der Stadt Iserlohn in Auftrag gegebene „Funktionsraumanalyse“ für ein Brutvorkommen des Rotmilans vor.

Aus dem Gutachten

Im Gutachten heißt es unter anderem: „Der Horst des Brutpaares liegt in einer Entfernung von etwa 530 Metern nördlich vom Plangebiet. Das Horstumfeld wurde in 2013 an 19 Tagen von der Ansiedlungs- bis zur Nachbrutzeit insgesamt 111 Stunden beobachtet. Dabei wurden insgesamt 214 Flugbewegungen registriert. (…) Die Rotmilane in der Schälker Heide bevorzugen Nahrungsgebiete im Norden, Osten und Westen des Horstes. Im 1500-Meter-Radius um den Horst befinden sich auch geeignete Nahrungshabitate in Form von Grünland- und Ackerflächen.“

1000 Meter Abstand

Abschließend heißt es in der Zusammenfassung des Gutachtens: „Aufgrund des geringen Meideverhaltens der Art gegenüber Windkraftanlagen, der bekannten hohen Zahl an Kollisionsopfern, einer Entfernung des Plangebiets von nur etwa 530 Metern zum Brutplatz und der festgestellten Flugbewegungen (…) kann ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko durch die Planung nicht ausgeschlossen werden. Die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten empfiehlt einen Abstand von 1000 Metern zur Rotmilan-Horsten einzuhalten.“

SHE: „Ungeeignet!“

Das Ergebnis des Rotmilan-Gutachtens kommentiert die Initiative Schälker Heide Schwerte (SHE) wie folgt: „In diesem von der LANUV (Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz, Anm. d. Red.) angeforderten Gutachten werden die durch die Initiative SHE erfolgten Milandokumentationen eindeutig bestätigt. Nun erwarten wir selbstverständlich von den Ratsmitgliedern der Städte, dass sie zu ihren früheren Aussagen stehen und die Schälker Heide dementsprechend als Windvorrangzone für ungeeignet erklären!“

Womit dann die Windparkpläne endgültig vom Tisch wären. Die entscheidende Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Iserlohn – Schwerte hat sich ohnehin immer weiter von den Plänen distanziert – findet am 28. November um 17 Uhr statt und ist öffentlich.