Schweine-Massenhaltung in Ergste

Ergste. (NO) Die Pläne eines landwirtschaftlichen Betriebes in Ergste, die Massenhaltung von Schweinen auf 3800 Tiere deutlich auszuweiten, hat Eckhard Schmidt mit Entsetzen verfolgt. „Massetierhaltung ist grausam“, sagt Schmidt, der sich als engagierter Bürger zu Wort meldet. „Ich bin kein Mitglied der Grünen, sondern komme eher aus der CDU-Ecke, ich bin kein Vertreter einer Interessengruppe, allerdings bin ich kürzlich dem BUND beigetreten“, erklärt der Ergster, dem der Tierschutz am Herzen liegt. Aus diesem Grund bezieht er beizeiten Position gegen eine geplante Schweine-Massenhaltung vor Ort. Wobei er klarstellt: „Ich bin nicht gegen Tierhaltung im allgemeinen, sondern gegen die Auswüchse, die eine industrielle Massentierproduktion in fabrikähnlichen Anlagen mit sich bringt!“

Tierquälerei

Eckhard Schmidt: „In Zuchtfabriken meist vorzufinden sind Zustände wie extreme Enge des Platzes für die Tiere, die zwangsweise Schwängerung der Muttertiere und deren Haltung in sehr engen Käfigen, die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung sowie eine Haltung bei künstlichem Licht ohne Freigang oder irgendwelche ausreichende Bewegungsmöglichkeiten.“

Stinkende Gülle

Hinzu befürchtet der Ergster, dass durch das Verbringen erheblicher Mengen an Gülle auf den umliegenden Feldern eine Belastung der Bäche im Bürenbruch und insbesondere des Elsebaches erfolgt. Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet, teilen die Schwerter Grünen Schmidts Sorgen. Zudem gibt Schmidt zu bedenken: „Auch die Belüftung der Massehaltungsanlagen wirft die Frage auf, ob ein Ammoniakaustritt stattfindet und damit eine Belastung von multiresistenten Keimen wegen der umfassenden Behandlung der Tiere mit Antibiotika.“

Bürgerinitiative

Eckhard Schmidt plant als Anwohner und unabhängiger Bürger die Gründung einer unabhängigen Bürgeriniative für Tierrechte und gegen eine Umweltbeeinträchtigung durch Massentierhaltung, um hier vor Ort Zeichen zu setzen. Durch diese Initiative soll auch der Kreis Unna als Genehmigungsbehörde sowie der Landwirt gezwungen werden, die Konsequenzen und Bedingungen der Massenhaltung für die Tiere und die Umwelt offenzulegen.

„Es geht doch auch anders“, gibt Schmidt zu bedenken und verweist auf die eher traditionelle landwirtschaftliche Struktur in Ergste ohne überdimensionierte Zuchtfabriken.

Anfrage an Makiolla

Ein Antrag zur Erweiterung der Massentierhaltung würde in dieser Größenordnung unter das Bundesimissionsschutzgesetz fallen. Hierdurch sieht Eckhard Schmidt gute Möglichkeiten, die Einzelheiten dieser Planung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In einem Schreiben wandte sich der Ergster an den Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, um die konkreten Bedingungen der geplanten Tierhaltung bei der Erweiterung des Betriebes zu erfahren.

Der Kreis Unna wies in seiner Antwort vom 6. Mai darauf hin, dass ein Antrag noch nicht vorliege und Vorgespräche stattfinden würden. Bei Antragstellung wird ein Verfahren eröffnet, das auch die Beteiligung der Öffentlichkeit bedingt.

Kontakte knüpfen

Bislang haben sich bereits einige Bürger gemeldet, die sich gegen eine Massentierhaltung aussprechen. Von politischer Seite hingegen kam bisher, von den Grünen abgesehen, keinerlei Resonanz. Die Parteien halten sich bedeckt. Eckhard Schmidt hat jedoch schon Kontakt mit den örtlichen Natur- und Umweltschutzorganisationen gesucht. „Wir werden natürlich mit diesen Verbänden zusammenarbeiten, um gemeinschaftlich etwas zu erreichen. Es kommt aber jetzt darauf an, aktiv zu werden. Wer also die Massentierhaltung kritisch sieht, ist zu einer Mitarbeit in einer Bürgerinitiative vor Ort aufgerufen.“

Interessierte wenden sich an Eckhard Schmidt, E-Mail EckhardHSchmidt@web.de oder Tel. 0172 / 7873219.