Die Schwerter Bürgermeisterkandidaten auf der Bühne (v.l.): Gregor Podeschwa, Adrian Mork, Christiane Ganske, Dirk Hanné, Dimitrios Axourgos und Stefan Barthel. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (Red.) Ganz neue Aussagen über ihre Zukunftspläne für Schwerte waren nicht zu vernehmen bei der Bürgermeisterkandidatenrunde in der Rohrmeisterei, die einen wahren Ansturm auslöste. Dennoch war es hoch interessant, die sechs Bewerber auf jeweils ganz eigene Art in Aktion zu erleben. Gregor Podeschwa, Christiane Ganske, Dirk Hanné und Stefan Barthel standen mit den parteiunterstützten Kandidaten Adrian Mork (CDU, Grüne und FDP) und Dimitrios Axourgos (SPD) auf der Bühne und nutzten die Gelegenheit, sich und ihre Visionen für Schwerte zu präsentieren.

Warten auf Einlass

Rund 800 Schwerterinnen und Schwerter fanden gerade Platz in der proppenvollen Halle 3, und davor wartete am Dienstag, 13. Februar, auch noch nach Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr eine Menschentraube auf Einlass. Wer etwas Geduld hatte, konnte schließlich aber doch in die Halle vordringen und zumindest am Rande einen Stehplatz finden.

Die wichtigsten Schwerter Themen

Die für Schwerte wohl wichtigsten Themen Verkehr, Sauberkeit bzw. Müllbeseitigung, Leerstände in der City und Schule standen im Mittelpunkt des Bürgermeisterkandidaten-Checks. Mork setzt auf die Verlängerung der K20/Am Eckey vom Kreisel auf der Heide bis zur Schützenstraße, Axourgos wünscht sich einen Verkehrsexperten und den Ausbau des ÖPNV und von Radwegen. Barthel unterstützt die K20-Lösung und wünscht sich Grünpfeilschilder zum rechts abbiegen, Ganske will mehr Kreisverkehre und Videokameras zur Anpassung des Verkehrsflusses und mehr Radwege, Podeschwa spricht sich für mehr Kreisverkehre und weniger Ampeln aus.

Zu viele Leerstände

Thema Leerstände: Alle Kandidaten sprechen sich dafür aus, die Mieten zu senken, die auch in der Fußgängerzone viel zu hoch seien. Parkplätze und Barrierefreiheit wurden thematisiert, Mork regt ein professionelles City-Management an. Dirk Hanné, ganz der Macher, hat schon einen eigenen Aktionsplan parat und will vor allem dafür sorgen, dass das City-Centrum wieder attraktiver wird.

Illegale Müllentsorgung

Das Thema Müll erregt nicht nur die Gemüter der Schwerter, sondern steht auch bei den Bürgermeisterkandidaten ganz oben auf der Liste. Axourgos möchte den Ordnungsdienst aufstocken, Barthel will höhere Bußgelder für illegale Müllentsorgung, Ganske denkt an Videokameras und direkte Bürgeransprache gegenüber Müllsündern, Hanné setzt auf Vorbildfunktion und will schon am Samstag mit Handwerkerkollegen Bereiche des City-Centrums aufräumen und wucherndes Gras auf Überdachungen auf dem Kleinen Markt schneiden.

Armes Schwerte

Dass man der Stadt Schwerte ansehe, dass sie arm ist, gibt Mork zu bedenken und verweist auf die 100 Millionen Euro Schulden. Mit einen städtischen Ordnungsdienst sei die Müllproblematik nicht in den Griff zu bekommen, man müsse die Bürger stärker ins Boot holen. Axourgos will sich nicht immer von fehlenden Haushaltsmitteln ausbremsen lassen, sonst könne man ja gar keine Strategien mehr entwickeln.

Auch für Podeschwa ist ein kommunaler Ordnungsdienst nicht die Lösung des Problems, aber man könne auch nicht immer Ehrenamtliche zu diesen Aufgaben heranziehen. Diese leisten in vielen Bereichen ohnehin genug.

Thema Schulen: Bei allen Schulen gibt es Sanierungsbedarf, soweit sind sich alle Kandidaten einig. Strittig ist allerdings wie Frage, ob alle Fördermittel richtig fließen.

Interessante Einblicke in Persönlichkeit und Zukunftspläne der Kandidaten erhielten die Schwerterinnen und Schwerter in dieser Woche in der Rohrmeisterei. Doch so vielfältig sind die Themen, dass sie hier schwerlich in überschaubarem Rahmen darzustellen sind. Wer es ganz genau wissen möchte, sollte einen Blick auf die Homepages der Bewerber werfen. Oder das Gespräch suchen, zu dem alle Kandidaten und die Kandidatin vor allem im Vorfeld der Wahlen sicher gern bereit sind.