Schwerter Kameramann lässt Farben explodieren

Der Schwerter Kameramann und Musiker Rüdiger Kraft – hier in Aktion in seinem Atelier in der Regenbogenstraße – hat vor vier Jahren die Malerei für sich entdeckt und stellt nun zum ersten Mal seine Bilder aus. (Foto: privat)

Schwerte-Ost. (Red.) Einst stand Didi Hallervorden, einer der beliebtesten Entertainer des deutschen Fernsehens, des Öfteren bei ihm vor der Kamera. Dann machte sich der Schwerter Rüdiger Kraft als Produzent und Regisseur einen Namen und holte sich mit dem „Bronzenen Oscar“ einen der begehrtesten Filmpreise in Deutschland. Jetzt tritt der Medien- und Sozialpädagoge, Kameramann, Cutter und Musiker erstmals als Maler in die Öffentlichkeit. „kraft.voller“ ist die Ausstellung mit explosiven und farbenfrohen Arbeiten überschrieben, die die Kunstschiene in Schwerte-Ost am Donnerstag, 11. April 2013, um 19 Uhr eröffnet.

Vier Jahre lang hat der 62-Jährige, der unter anderem für WDR, ARD, ZDF, SAT1 und RTL gearbeitet hat und der als Musiker in der Friday Evening Bluesband die Bassgitarre schwingt, in seinem Atelier in der Regenbogenstraße – wie passend – den Aufbruch in eine neue Phase geprobt. Wieder und wieder hat er experimentiert, was auf Papier und Leinwand alles möglich ist. Zur Einführung spricht sein langjähriger Freund und Weggefährte, Oskar C. Neubauer, als Fotograf in Schwerte bestens bekannt. „Rudi Krafts Arbeiten sind eine Herausforderung für uns, sie rühren uns an, sie inspirieren uns, sie lassen Fragen offen, sie zeigen uns eine andere Sicht der Dinge“, erläutert Neubauer seine Empfindungen.

Kunst fällt ja nicht vom Himmel. Dazu gehört viel Fleiß und auch der unabdingbare Wille, an sich zu arbeiten. Angefangen hat alles vor vier Jahren, da hat Rudi Kraft erstmals ausprobiert, „was mit Farbe auf Papier so alles möglich ist“, wie er sich erinnert. Sein Konzept: „Dass Du drangehst an die Leinwand und Dich daran abarbeitest, bis dass Du sagst, jetzt kannst Du nichts mehr verbessern.“ Angereichert hat er seine Malutensilien Acryl und Spachtelmasse unter anderem mit Sand oder Seidenpapier, aber auch eine alte Jeans, die er eigentlich längst wegwerfen wollte, sollte Bestandteil der Erinnerungen sein.

Entstanden sind ungegenständliche Arbeiten in teils explodierenden Farblandschaften. Bei alledem pflegt der Maler Kraft keine aufdringliche Handschrift, gleichwohl sind seine einfallsreichen Bilder ein Kraftquell, den man anzapfen kann. Als visueller Mensch sieht Rudi Kraft seine Umwelt ständig wie durch den Sucher seiner Videokamera, und was er da sieht, setzt er mit dynamischen Maltechniken um. Da laufen wirklich Filme ab auf seinen Leinwänden. Sie sind konzeptionell angelegt. Farbenlehre, Bildaufbau, der Umgang mit verschiedenen Maltechniken und Materialien, das alles hat viel mit Filmtechnik zu tun.

Zur Vernissage am Donnerstag, 11. April 2013, um 19 Uhr in der Kunstschiene in der Ernst-Gremler-Straße 17 im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk sind alle Interessierten eingeladen.

Die Ausstellung läuft bis 18. Mai 2013 und ist donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet.