Schwerter Schultheatertage: Kritisches Resümee

Schwerte. Vor wenigen Tagen endeten die 10. Schwerter Schultheatertage. Alle Vampire, Geister, Elfen und alle anderen Akteure freuen sich über die wohlverdienten Ferien.

Vom 23. Juni bis 17. Juli 2013 wurden neun Projekte unterschiedlicher Schwerter Schulen und Schulformen mit 21 Aufführungen vorgestellt. Etwa 2500 Zuschauer verfolgten in teilweise überfüllten (und Schweiß treibenden) Schulaulen beziehungsweise anderen Aufführungsorten das Geschehen auf der Bühne.

Überaus erfolgreich waren die Schultheatertage aber nicht nur im Hinblick auf Zahlen, sondern vor allem hinsichtlich der Qualität und Vielfalt: 21 geglückte, gute und teilweise hervorragende Aufführungen wurden dargeboten, die die ganze Vielfalt der Theatermöglichkeiten spiegelten: Sprechtheater, Musical, Tanz, Chorgesang, Instrumentalbeiträge. Technische Mittel wie Nebelmaschine und Lichteffekte wurden ebenso geschickt eingesetzt wie Requisiten und Kostüme.

Bekannte Stücke der klassischen Moderne und der Kinderliteratur waren Gegenstand der Theaterprojekte, aber auch Hollywoodfilme und selbst entwickelte Szenen beziehungsweise komplett selbst geschriebene Stücke, ergänzt durch bekannte Lieder.

Vielfalt zeigte sich auch bei den Akteuren. Unter anderem standen Kinder eines 1. Schuljahrs auf der Bühne und Jugendliche der Sekundarstufe I und II, (ehemalige) Lehrer/innen und Gefangene der JVA Schwerte. Erfolgreich waren die Schultheatertage vor allem aber für die Akteure, sie waren die eigentlichen Gewinner. Nach jeder Aufführung bot sich den Zuschauern das selbe Bild: Glückliche, stolze, selbstbewusste Schauspieler“, zufriedene Projektleiter, beeindruckte Eltern und bewundernde Freunde.

Kritik

Dennoch: Aus Sicht der „AG Theater an Schwerter Schulen“ muss auch Kritik geäußert werden. „Wenn wir über die Schultheatertage den Kontakt der Schulen untereinander fördern wollen, dann ist das nur durch gegenseitige Theaterbesuche möglich. Grundschulklassen haben sich eifrig auf den Weg gemacht, bei den weiterführenden Schulen blieb man aber weitgehend unter sich“, so Gerlinde Heinrich, Sprecherin der AG Theater an Schwerter Schulen.

„Wenn die dringend notwendige Schultheaterarbeit am Leben erhalten werden soll, müssen auch Schulleiterungen und Ministerien ihren Beitrag leisten. Aufführungstermine am Vormittag müssen möglich sein. Lehrerarbeitsstunden müssen für Kulturprojekte zur Verfügung gestellt werden. Es geht nicht an, dass Lehrerinnen und Lehrer die Theaterarbeit komplett in ihre Freizeit verlegen müssen. Es kann auch nicht sein, dass in den Schulen die Umsetzung ministerialer Vorgaben, Lernstandskontrollen, ständige Evaluationen, Arbeit in Steuerungsgruppen wichtiger werden als die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder und deren Teilhabe an Kultur.“

Gerlinde Heinrich abschließend: „Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen erwerben Schüler gerade auch über das Theaterspielen! Ein Umdenken und Handeln ist dringend erforderlich!“