SHG Schwerte: 30-jähriger Weg in die Gemeinschaft

Ihr 30-jähriges Bestehen feiert die Selbsthilfegemeinschaft Schwerte der psychisch Kranken, ihrer Angehörigen, Freunde und freiwilligen Helfer e.V., kurz: SHG, am kommenden Wochenende. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte bewegte sich die SHG stetig vom Rand der Gesellschaft in Richtung Mitte, gründete Anlaufstellen und knüpfte ein tragfähiges Netz mit vielen Kooperationspartnern. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Manche Menschen bewegen sich auf brüchigem Boden. Sie brauchen Unterstützung, um bei einer psychischen Erkrankung nicht ausgrenzt zu werden und, soweit möglich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Vor 30 Jahren machte sich die Selbsthilfegemeinschaft der psychisch Kranken, ihrer Angehörigen, Freunde und freiwilligen Helfer e.V., kurz: SHG, auf den langen Weg vom Rande der Gesellschaft in Richtung Mitte. Daran sollen unter anderem ein musikalischer Spaziergang durch Schwerte am Samstag, 10. November 2012, sowie weitere Veranstaltungen erinnern. Denn am kommenden Wochenende feiert die SHG offiziell das 30-jährige Bestehen.

Vom Rand zur Mitte

Die integrierende Arbeit mit psychisch Kranken war vor 30 Jahren ein wenig verbreitetes Thema. Absonderung war die übliche Reaktion auf abweichendes Verhalten. Aus einer Position am Rande des Gesundheitssystems und der öffentlichen Wahrnehmung bewegte sich die SHG langsam aber stetig „in die Gemeinde“, schuf auf ihrem Weg Treffpunkte, hob Projekte aus der Taufe und knüpfte ein tragfähiges Netz an Kontakten.

Tragfähiges Netz

Mit der „Aufsuchenden Psychosozialen Betreuung“, der Kontaktstelle „wigge“ und der Tagesstätte sowie durch öffentliche Veranstaltungen ist die SHG in Schwerte präsent und bringt die Anliegen ihrer Klientel zu Gehör. Partner der Zusammenarbeit sind die VHS, der sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamts, die Diakonie, die Kontaktstelle für Selbsthilfegemeinschaften und die Kirchengemeinden. Es hat sich viel getan in den vergangenen 30 Jahren.

30 Jahre SHG

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Selbsthilfegemeinschaft der psychisch Kranken und ihrer Familien und Freunde findet als Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 9. November 2012, ab 19.30 Uhr in Halle 4 der Rohrmeisterei ein. „Gut, dass du anders bist! Und nun? Unterschiede leben, Normalität in Frage stellen, Biografie erfinden“ heißt der Vortrag von Prof. Dr. Annelie Keil, Soziologin, Gesundheitswissenschaftlerin und Autorin vieler Sachbücher. Ein „moving act“, ein musikalischer Spaziergang mit dem Schwerter SaxNetWork durch den Stadtparkt über den Cava-Platz zum Markt bzw. zur VHS steht am Samstag, 10. November, auf dem Programm. Treffen ist um 12.30 Uhr am Bahnhof.

Feier und Workshops

„Die SHG feiert“ heißt es dann ebenfalls am Samstag, 10. November 2012, ab 13.30 Uhr an der Volkshochschule am Markt. Freunde und Interessierte sind zu einem Stehkaffee mit Imbiss ins Foyer eingeladen. Am Nachmittag werden kreative Workshops zum Thema „Zugehörig sein“ angeboten. Von 16.30 bis 18 Uhr findet dann die Abschlussgala statt. Den Festvortrag hält Jürgen Harneit, Vorsitzender der SHG Schwerte. Wer möchte, kann außerdem am Sonntag in St. Viktor um 10 Uhr den Gottesdienst besuchen, der unter dem Thema „Zugehörigkeit“ steht.