Stadt Schwerte sucht dringend Wohnraum für Flüchtlinge

Schwerte. (NO) Vor zwei Wochen fand im Schwerter Rathaus eine weitere Pressekonferenz zum Thema Zuzug statt. Zeit für eine erste Zwischenbilanz, zumal praktisch täglich neue Entwicklungen zu verzeichnen sind. „Man könnte jeden Tag neue Infos herausgeben“, beschreibt Winkler die prekäre Situation. Allein in diesem Jahr hat Schwerte bis zum 16. Juni 132 Flüchtlinge aufgenommen – eine vergleichsweise noch überschaubare Zahl. Doch immer wieder kommen neue Meldungen.

So gab die Bezirkregierung erst am Dienstag die Ankunft von über 5000 Menschen pro Woche in NRW bekannt. Im Zeitraum vom 16. Juni bis 31. Juli kamen bei nur 18 Abgängen 60 Neuzugänge nach Schwerte. „Zur Zeit rechnen wir bereits pro Woche mit acht bis zehn neuen Asylbewerbern“, so Hans-Georg Winkler. Rund 60 Prozent der Hilfesuchenden kommt aus der Balkanregion. „Aber ohne Not flieht keiner“, gibt Hans-Bernd Marks, Sprecher im Arbeitskreis Asyl, zu bedenken.

„Wir hoffen darauf, dass das Klima in unserer Stadt so ruhig bleibt wie es ist“, sagt Winkler. An Hilfsbereitschaft jedenfalls herrscht kein Mangel, Sachspenden für die Asylsuchenden gab es bereits massenhaft. „Ein gutes Zeichen“, freut sich auch Hans-Bernd Marks und weist darauf hin, dass erst einmal keine weiteren Sachspenden benötigt werden.

Containerplätze schon verbucht

Wegen des steigenden Zustroms richtet die Stadt Schwerte nun auch mobile Wohneinheiten, sprich: Container, an den Standorten Kirchstraße Ergste und Schützenstraße ein. Plätze für 48 Flüchtlinge, die zahlenmäßig bereits jetzt verbucht und vergeben sind. 40 Flüchtlinge konnten bisher in von der Stadt angemietetem Wohnraum untergebracht werden. Viel zu wenig. „Unser Appell an die Bürger, der Stadt weiteren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, war nur bedingt erfolgreich“, zeigt sich der Erste Beigeordnete enttäuscht. „Bis jetzt liegen nur sechs Wohnungsangebote vor, davon vier von privaten Besitzern.“

Deshalb wiederholt Hans-Georg Winkler nun seine Bitte: „Die Lage wird immer schwieriger. Wir wissen kaum noch, wohin mit den Flüchtlingen. Helfen Sie uns, das Problem zu bewältigen und stellen Sie der Stadt Wohnraum zu Verfügung!“

Bitte melden!

Wer Wohnraum anbieten kann, melde sich bei Martina Keitel, Soziale Hilfen der Stadt Schwerte, Tel. 02304/ 104 222. Auch der Arbeitskreis Asyl würde sich über Unterstützung durch weitere Flüchtlingspaten freuen. Wer sich hier ehrenamtlich engagieren möchte, kann mit Hans-Bernd Marks unter Tel. 02304/ 81359 Kontakt aufnehmen.