Stadtpark-Turnhalle bleibt Notunterkunft

Schwerte. (Red.) Einen aktuellen Überblick über die Situation der Asylbegehrenden in Schwerte gab gestern Bürgermeister Heinrich Böckelühr gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans-Georg Winkler, Fachdienstleiter Thomas Holtmann und Hans-Bernd Marks, Vorsitzender des Arbeitskreises Asyl. Letzterem und den vielen Ehrenamtlichen galt der besondere Dank des Bürgermeisters: „Über die Stadtgrenzen hinaus ist das hohe ehrenamtliche Engagement der Schwerterinnen und Schwerter bei der Betreuung von Asylsuchenden bekannt. Ohne die zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre diese Mammutaufgabe für die Stadt Schwerte nicht zu leisten“, so Heinrich Böckelühr.

Lobende Worte auch in Richtung der eigenen Beschäftigten: „Aus nahezu jedem Bereich der Stadtverwaltung unterstützen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neben deren eigentlichen Aufgaben das Zentrale Immobilienmanagement wie auch den Bereich Soziale Hilfen bei der Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden mit großem Zeitaufwand und hoher Einsatzbereitschaft.“

Aktuelle Zahlen

Das Rathaus hat zum Jahreswechsel Bilanz gezogen: Waren es im Jahre 2014 noch 144 zugewiesene asylsuchende Menschen, betrug diese Zahl in 2015 579 Asylbegehrende. Hinzuzurechnen sind seit Mitte August rund 150 Menschen, die in der Notunterkunft des Landes NRW in der Sporthalle am Stadtpark, übergangsweise jeweils für einige Wochen untergebracht waren. Mit aktuellem Stand befinden sich im Moment etwas über 700 zugewiesene Asylsuchende in Schwerte. Den größten Teil der in 2015 zugewiesenen Asylbewerber kommt mit 209 Personen aus Syrien, gefolgt von Irak (66), Albanien (59), Serbien (35) und Pakistan (21).

Turnhalle wird weiter genutzt

Das Land NRW wird die im Rahmen der Amtshilfe durch die Stadt Schwerte von den Johannitern betriebene Notunterkunft in der Turnhalle am Stadtpark Ende Februar aufgeben und freiziehen. „Die Stadt Schwerte wird diese Liegenschaft nach einem kurzen Umbau auch weiterhin für die Unterbringung von zugewiesenen Asylsuchenden nutzen“, erklärte Erster Beigeordneter Hans-Georg Winkler. „Das hat den Vorteil, dass andere Sport- und Turnhallen zur Unterbringung vorerst und übergangsweise aus dem Fokus sind. Das kann sich jedoch je nach Zuweisungspraxis der Bezirksregierung in den nächsten Monaten schlagartig ändern.“

Suche nach Wohnraum

Nach den zahlreichen Aufrufen, unter anderem mit Unterstützung von Haus und Grund e.V., kam in den vergangenen Wochen auch die Akquise von Wohnraum für Asylsuchende ins Rollen. „Insgesamt konnten 25 Wohnungen, zwei Mehrfamilienhäuser, eine Gewerbehalle, ein Einfamilienhaus sowie eine Haushälfte durch die Stadt Schwerte angemietet werden. Dies macht rund 3.400 qm Wohn- und Nutzfläche aus“, so Fachdiensleiter Thomas Holtmann. In diesen Liegenschaften sind zurzeit 167 Personen untergebracht. Teilweise befinden sich die Wohnungen noch in der Herrichtung und sind noch nicht belegt Die noch nicht fertiggestellten Wohnungen werden mit weiteren 112 Personen belegt. Über ein Dutzend angebotene Projekte befinden sich noch in Prüfung. 30 Wohnungen, die direkt durch Asylbegehrende angemietet werden, seien durch die Stadt Schwerte gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl vermittelt worden. Untergebracht wurden in diesen Wohnungen insgesamt 71 Asylbegehrende.

1,6 Millionen Kosten

Bürgermeister Heinrich Böckelühr bezifferte die gesamten finanziellen Aufwendungen zur Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden im Jahre 2015 auf rund 4,7 Millionen Euro (Vorjahr: rund 2 Millionen Euro), darin sind auch die anteiligen Personalkosten enthalten. Dem stehen lediglich Erstattungen durch das Land NRW in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro gegenüber, so dass aus städtischen Mitteln rund 1,6 Millionen bereit gestellt werden müssen.