Sterne fürs Leben in Berlin entdeckt

Schwerte. (as) Ein Besuch in Berlin hat Roswitha
Splettstößers Sinn für Dekorationen im Allgemeinen und Weihnachtsdekorationen im
Besonderen geschärft.
„Das war kurz nach der Wende“, erinnert sich die Schwerterin. „Vielleicht im
Jahr 1990.“ Die Mauer war gefallen, Ost und West noch im Vereinigungstaumel.
Roswitha Splettstößer reiste mit dem Schubert-Frauenchor West­hofen nach
Berlin. „Es war eine Abschlussfahrt mit anderen Chören, die von unserem
Chorleiter betreut wurden“, erinnert sich die Schwerterin.
Ende November, Anfang Dezember muss es gewesen sein. Die Stadt schwelgte im
Lichterglanz. An einer Stelle ganz besonders: im Kaufhaus des Westens, kurz
Kadewe. Natürlich ließen sich die West­hofener Sängerinnen einen Bummel
durch das Luxuskaufhaus nicht entgehen.
In der Gourmetabteilung erstand Roswitha Splettstößer eine kleine
Mineralwasserflasche für 8,50 D-Mark. „Das teuerste Mineralwasser meines
Lebens“, sagt die Schwerterin und lacht. Vor allem: Gekauft hat sie es nicht,
weil das Wasser besonders gut geschmeckt hatte oder sogar besondere Kräfte
besaß. Nein: „Die Flasche war blau und eignete sich besonders schön als
Dekoflasche“, sagt Roswitha Splettstößer.
Schließlich sah sie ihn, den Weihnachtsbaum ihrer Träume. Er blinkte und
blitzte. Roswitha Splettstößer strahlte zurück. Es war eine Weihnachtsliebe auf
den ersten Blick: Die Schwerterin war spontan verzaubert von den goldenen Kugeln
und den champagnerfarbenen Sternen mit glänzendem Goldrand.
Kaum zurück aus Berlin, setzte Roswitha Splettstößer alle Hebel in Bewegung.
Genau solch einen Baum wollte sie bei sich zu Hause „nachbauen“. Sie stromerte
durch Gartencenter und Dekoabteilungen von Geschäften. Die goldenen Kugeln hatte
sie schnell gefunden. Aber wo, bitteschön, sollte sie die champagnerfarbenen
Sterne mit Goldrand auftreiben? Roswitha Splettstößer ließ sich nicht beirren.
Sie zog immer weitere Kreise um Schwerte herum. Doch schließlich wurde sie per
Zufall in einem Schwerter Büro- und Schreibwarengeschäft fündig. Dort sah sie
die champagnerfarbenen Sterne mit genau dem richtigen Goldrand, die nur auf sie
gewartet zu haben schienen.
Über den Preis für ihre Traumsterne schweigt sie noch heute. Doch sie sollten
sie weiter durchs Leben begleiten. „Seither habe ich jedes Jahr mit diesen
Sternen den Weihnachtsbaum geschmückt“, sagt sie. Eine Reise ins Berliner Kadewe
mit sehr angenehmen Folgen.