Theater am Fluss Schwerte geht in die zehnte Spielzeit

Mit Luther geht es in die neue Spielzeit. Michèle Demant (Rohrmeisterei)

Mit Luther geht es in die neue Spielzeit. Michèle Demant (Rohrmeisterei), Lars Blömer, Emil Anton Blömer, Stefan Schroeder, Lothar Schwengler (v.l.) präsentieren das neue TaF-Programm. (Foto: Sina Weber, TaF)

Schwerte. (Red.) „La Decima“ – mit diesem ausnahmsweise kurzen Motto geht das Theater am Fluss ab dem 1. Oktober in seine zehnte Spielzeit als eigenständiger Verein.
Diesem Anlass entsprechend stellt das Theater zwei Schwergewichte der deutschen Kulturgeschichte in den Mittelpunkt, die unterschiedlicher nicht sein können: Luther und Faust. Sie bilden zu Anfang und zum „Bergfest“ der Spielzeit die Eckpfeiler des Jubiläumsprogramms.
Intendant Lars Blömer: „Wir werden zehn Jahre alt – als eigener Verein, mit fester Spielstätte und mit einem festen Spielplan. Unsere Bilanz kann sich sehen lassen: Über 30.000 Zuschauer, über 100 Stücke, bisher sieben Regisseure, fünf Uraufführungen, fünf deutsche Erstaufführungen. In diesem Theaterjahr stemmen wir 13 Produktionen – darunter zwei Jugendstücke und acht Neuinszenierungen.“
Luther – selbst ein Jubilar
Am 1. Oktober ist Premiere des Schauspiels „Luther“. Stefan Schroeder – bislang mehrfach mit eigenen Stücken und Inszenierungen im TaF vertreten – hat sich als Autor und Regisseur dieser Persönlichkeit angenommen. Mit 25 Mitwirkenden in über 60 Rollen zeichnet er ein historisches Panaroma von Martin Luther und seiner Zeit. Schroeder: „Ich habe alle Facetten von Luther kennengelernt: Mönch, Professor, Glaubenskämpfer und Familienvater. Ein kompromissloser Mann, jähzornig, überheblich und mit groteskem Hass auf alle, die anders glauben. Für das Theater eine hochinteressante Persönlichkeit.“
Das weitere Jubiläumsprogramm
Mit dem Kammerspiel „Die Therapie“ von Erfolgsautor Sebastian Fitzek, der Wiederaufnahme der Erfolgskomödie „Pension Schöller“ und dem Jugendstück „Eine Weihnachtsgeschichte frei nach Charles Dickens“ wartet bis Weihnachten ebenfalls ein ambitioniertes Programm auf das Publikum. Im neuen Jahr spannt sich der Bogen weiter von der Wiederaufnahme des Agathas Christie-Krimis „Die Mausefalle“, dem Lyrikabend zum Valentinstag, den Jugendstücken „7 gegen Theben“ und „Peter Pan“ und der Komödie „Bubblegum und Brillianten“ von Jürgen Baumgarten.
Herauszuheben ist die Neu­inszenierung des erfolgreichsten Stückes aus zehn Jahren „TaF“: „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“. Aufgeführt wird es im Theater und als Gastspiel bei den Schwerter Kleinkunstwochen am 25. März 2018 im Foyer der Sparkasse Schwerte. Das Theater am Fluss wurde am 8. Juli 2008 gegründet. Aus diesem Anlass findet am Vor­abend des Gründungstages am 7. Juli 2018 eine musikalische Revue mit den bekanntesten Songs und Liedern aus den Produktionen der vergangenen zehn Jahre statt.
Ein mächtiger Brocken, stark eingedampft
„Faust: GANZ – Teil I und II in 3 ½ Stunden“ – Schon der Titel dieser Produktion lässt Ungewöhnliches erkennen. Lars Blömer und Stefan Schroe­der haben diesen „Brocken“ für das große Jubiläumsprojekt des Theaters am Fluss bearbeitet und „eingedampft“. Der Faust-Mythos erscheint nun humorig-augenzwinkernd, in Form einer kommentierten szenischen Collage und ergänzt durch die eigens für diese Inszenierung von Musiker Stefan Bauer komponierte und realisierte Musik. Lars Blömer: „Erstmals werden bei uns im Theater vier Ensemble-Mitglieder Regie führen: Sina Weber, Alexander Lux, Stefan Schroeder und ich selbst. Wir sind alle jetzt schon gespannt, wie wir mit verschiedenen Sichtweisen und Umsetzungsstrategien ein so monumentales Werk ‚hinkriegen’ werden. Bereits vor Weihnachten beginnen wir mit den Bühnenproben.“