Verjüngungskur für die Schwerter Oberschicht

Schwerte. (NO) „Das war die wohl wichtiges Sitzung des Oberschichts seit der Gründung 1950“, zog jetzt der scheidende Oberschichtmeister Ernst Kunert nach der ersten Versammlung in diesem Jahr Bilanz. Kunert wird sich bald aus familiären Gründen aus Schwerte verabschieden. Zu seinem Nachfolger wurde der erst 28 Jahre alte Christopher Wartenberg gewählt, der damit mit Abstand der jüngste Schwerte Oberschichtmeister ist.

Eine weitere, tiefgreifende Neuerung: Das Oberschicht wird zu einem eingetragenen Verein, was den Rücktritt des Gesamtvorstands und Neuwahlen nötig machte. Die Satzung wird jetzt ans Amtsgericht überstellt. „Damit werden endlich vor allem die Fragen der Haftung geklärt“, so Kunert.

Beste Wahl

Seinen Amtsnachfolger hält er für die bestmögliche Wahl: „Es gibt wohl kaum einen Schwerter, der mit dem Schichtwesen besser vertraut wäre als Chris.“

Denn Wartenberg, dem aus gutem Grund schon in früher Jugend der Spitzname „Schichti“ verpasst wurde, hatte bereits seine Magisterarbeit über die Geschichte des Schwerter Schichtwesens verfasst und schreibt derzeit an seiner Doktorarbeit. Aktiv ist der 28-Jährige auch im Ruhrtal-Museum. „Im Hinblick auf seine weiteren Aktivitäten in Schwerte ist das Amt des Oberschichtmeisters für Christopher natürlich die beste Empfehlung“, betont Ernst Kunert.

3-Punkte-Plan

Wartenberg hat bereits eine Drei-Punkte-Liste aufgestellt, an der sich die zukünftige Schichtarbeit orientieren soll.

  1. „Die Tradition erneuern, das Schichtwesen auch für jüngere Leute interessant machen, in die Arbeitskreise reingehen und neue Ideen entwickeln. Auch ein Jahresfest ist angedacht“, so der neue Oberschichtmeister.
  2. Mehr Bürgernähe schaffen, so auch mit dem brandneuen „Oberschichthandy“ mit der Rufnummer 0176/ 97500168, unter der Christopher Wartenberg ab sofort immer für alle Bürger erreichbar ist.
  3. Veantwortung übernehmen. „Das wird ein Mammutprojekt“, ist sich Wartenberg schon jetzt sicher, „denn darin geht es um gegenseitige Unterstützung beispielsweise in den Bereichen Altenbetreuung und Integration.“

Dass die Schichte keine Altlasten aus ferner Vergangenheit sind, davon ist Christopher Wartenberg zutiefst überzeugt: „Unser Schwerter Schichtwesen ist gelebte Nachbarschaft. Und deshalb hat es Zukunft.“