Von einem, der auszog, das Holz zu spalten

Schwerte. (as) Er läuft und schwimmt. Aber er hat auch ein – jedenfalls für Schwerter Verhältnisse – höchst ungewöhnliches Hobby. Timo Steffen ist Sportholzfäller. Ein echter Athlet. Denn das Sportholzfällen geht auf die traditionellen Wettkämpfe früherer Waldarbeiter zurück und ist heute echter Extremsport, der von den Athleten neben Kraft und Ausdauer vor allem auch Technik und Präzision in der Handhabung des Werkzeugs erfordert.

Der „Underhand Chop“ simuliert das Zerteilen eines gefällten Baums. Timo Steffen in Aktion bei den Meisterschaften in Bensheim. (Foto: Stihl Timbersport Series)
Der „Underhand Chop“ simuliert das Zerteilen eines gefällten Baums. Timo Steffen in Aktion bei den Meisterschaften in Bensheim. (Foto: Stihl Timbersport Series)

Vor vier Jahren hat der 36-jährige Schwerter seine Liebe zu Holz, Axt und Säge entdeckt. Das geschah, nachdem er in Hagen eine Show von Dirk Braun gesehen hatte. Braun, gebürtiger Winterberger und hochdekorierter Bodybuilder, ist mehrfacher deutscher und europäischer Meister im Sportholzfällen. Außerdem schaffte er den vierten Platz bei den Weltmeisterschaften.

Timo Steffen war begeistert. „Ich hab mich erkundigt und bin zu einem Probetraining gefahren“, sagt er. Professionell trainiert wird in Mellrichstadt in der Rhön.

„Es ist kein alltägliches Hobby“, sagt Timo Steffen. „Das hat mich fasziniert.“ Und es ist natürlich auch ein Hobby, das Gefahren birgt. „Aber wir sind gut geschützt“, sagt er. Damit bei den Disziplinen mit der Säge nichts passiert, sind die Athleten ausgestattet mit Schnittschutzhosen. Kettensocken sollen bei den Axt-Disziplinen schützen.

Auf dem Hessentag in Bensheim bestritt Timo Steffen jetzt seinen ersten Wettkampf. Bei extremen Temperaturen und unter dem Jubel der Zuschauer kämpften die besten deutschen Rookies der „Stihl Timbersport Series“ um den Sieg. Mit messerscharfen Äxten und Sägen galt es, sich schnell und präzise durchs Holz zu arbeiten und dabei Kraft und Präzision an den Werkzeugen zu verbinden.

Am Ende erkämpfte sich Timo Steffen den zehnten Platz. „Der erste Wettkampf war super für mich“, sagt er. „Es war zwar ein bisschen warm aber es hat auch dank des tollen Publikums sehr viel Spaß gemacht.“ Für ihn steht fest: „Ich mache auf jeden Fall weiter. Jetzt weiß ich, wo ich stehen und woran ich noch arbeiten muss. Bis zum Rookie-Cup auf der Deutschen Meisterschaft im August in München wird sich noch etwas tun.“

Die Meisterschaften finden am 2. August 2014 in München statt. Der Athlet hat sich noch einiges vorgenommen. Er trainiert viel. Sein Leitspruch: „Kraft entscheidet, aber Präzision gewinnt.“