Zum 80. Mal im Sammel-Einsatz

Pater Beda engagiert sich in Brasilien besonders auch für Kinder und Jugendliche. Zahlreiche Projekte konnten durch die Sammelaktionen mitfinanziert werden. (Foto: Aktionskreis Pater Beda)

Schwerte. (NO) Einsatz mit runder Zahl: Erhard Vickermann leitet heute seine 80. Sammelaktion für Pater Beda im heimischen Ruhrtal. Seit Jahrzehnten ist das Ergster Original unermüdlich aktiv, wenn es darum geht, die Hilfsprojekte seines Bruders im fernen Brasilien durch Sammlungen von Altpapier und Altkleidern vor Ort zu unterstützen.

Sieben Kinder

Die ursprünglich in Opherdicke beheimatete Familie Vickermann ließ sich zunächst in Deilinghofen nieder und zog 1965 nach Ergste. „Mit sieben Geschwistern bin ich aufgewachsen, sechs Jungs und ein Mädchen, ich bin der Jüngste der Schar“, schmunzelt Eberhard Vickermann. Sein zweitältester Bruder Linus wurde später unter dem Ordensnamen Pater Beda nicht nur im Schwerter Raum bekannt.

Ein Begriff

Die Aktivitäten des Franziskaner-Missionars Pater Beda, der 1962 die Priesterweihe empfing, sind so präsent, dass sie hier nicht nochmals vorgestellt werden müssen. Deshalb in Kürze nur dies: Der mittlerweile 75-Jährige betreibt Entwicklungsprojekte in den Dürregebieten Nordostbrasiliens. 1984 wurde der Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit e.V. für schnelle, gezielte und unkomplizierte Hilfe gegründet. In den 80er Jahren war der Franziskaner mit seinem in die Tausende gehenden Helferkreis Deutschlands größter Papiersammler. Soviel wie damals kommt heute – vor allem wegen der Blauen Tonne – freilich nicht mehr zusammen. 2003 wurde Pater Beda mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Start vor 46 Jahren

„1964 wurde die erste Altpapier-Sammelaktion von Linus und meinem ältesten Bruder Bernhard gestartet, damals noch in Deilinghofen“, erinnert sich Eberhard Vickermann. „Seit 1969 bin ich allein für die Sammlungen von Altpapier und Altkleidern vor Ort verantwortlich. Die finden zweimal jährlich, im Juni und Dezember, im gesamten Ruhrtal statt, von Garenfeld bis Lichtendorf.“ Sein Berufsleben hat der 68-Jährige natürlich längst hinter sich. Der gelernte Maschinenschlosser arbeitete 26 Jahre lang als Sozialarbeiter im Jugendamt Hemer und war dort anschließend 17 Jahre als stellvertretender Standesbeamte tätig.

Alles in einer Hand

Bernhard Vickermann, 68, hat zum 80. Mal die Sammlung für seinen Bruder, Pater Beda, im Ruhrtal organisiert. Damit wieder alles reibungslos läuft, hat der Ergster einen genauen Organisationsplan erstellt. Der ist, wie man sieht, einige Meter lang. (Foto: Norbert Fendler)

Vier Wochen vor den Sammelterminen beginnt Eberhard Vickermann mit der Organision: Sorgt für den Aushang von Plakaten, spricht Fahrzeughalter und die rund 60 Helfer an. „Immer persönlich, Auge in Auge!“ Auch der Containereinsatz will organisiert sein. Und ganz am Schluss der Aktion muss auch das Nachsammeln zügig über die Bühne gehen, wenn mal was stehen bleibt. Längst kann sich Vickermann auf einen festen Sammler-Stamm verlassen – und freut sich besonders über das Engagement von Jugendlichen.

Dankeschön!

An dieser Stelle möchte sich Eberhard Vickermann herzlich bedanken: „Bei allen Mitbürgerinnen und Bürgern, die die Sammelaktionen für Pater Beda mit ihrem persönlichen Einsatz sowie durch die Abgabe von Altpapier und Altkleidern schon so lange verlässlich unterstützen!“

Heute zum 80. Mal

Heute findet im Ruhrtal die 80. Sammlung für Pater Beda statt. Gesammelt wird ab 12 Uhr im gesamten Schwerter Stadtgebiet, in den Dortmunder Stadtteilen Buchholz, Holzen und Lichtendorf sowie in Garenfeld. In Lichtendorf kann das Material bis 13 Uhr auf dem Platz der katholischen Kirche abgegeben werden.

Ein Plätzchen im Himmel…

Warum Eberhard Vickermann so engagiert die Sammlungen für Pater Beda vor Ort organisiert? Weil er als Christenmensch natürlich hinter den Hilfsprojekten seines Bruders steht. Aber ein klein wenig Eigennutz ist auch im Spiel. Augenzwinkernd gesteht der Ergster Sammlungs-Organisator: „Damit will ich mir ein Plätzchen im Himmelreich redlich und ehrlich verdienen. Und wenn es auch nur ein Stehplatz in der Nordkurve ist…“