Derbyzeit für Feuervögel: „Knappen“ kommen

Phoenix Hagen - Jannik Lodders
„Feuervogel“ Jannik Lodders zählte gegen sein ehemaliges Team aus Kirchheim (in der Saison 2014/15 spielte er für die „Knights“) zu den Aktivposten. (Foto: Phoenix Hagen /Richard Holtschmidt)

Hagen. Wenn am morgigen Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr die Lichter in der Krollmann-Arena angehen, dann heißt es: „Showtime“ für die Basketballer von Phoe­nix Hagen. Denn: Am fünften Spieltag der 2. Bundesliga/ProA treffen die Feuervögel im Derby auf den FC Schalke 04. Die „Knappen“ aus Gelsenkirchen sind als Aufsteiger furios in die Spielzeit gestartet. Zuletzt gab es einen eindrucksvollen 89:52-Sieg gegen die favorisierten Artland Dragons. Und dabei sind die Schalker vom Verletzungspech verfolgt und mussten deshalb auf dem Transfermarkt nochmals tätig werden.

Neuer Guard für die Knappen

Mit Tibor Taras verpflichteten die Königsblauen einen jungen Guard, der vor allem gefährlich von der Dreierlinie ist und sowohl Spielwitz als auch die Fähigkeit mitbringt, viel zu scoren. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt einen deutschen Spieler verpflichten konnten, der trotz seines jungen Alters, so viel Erfahrung mitbringt. In Tibor haben wir eine echte Alternative gefunden, die wir auch dringend gebraucht haben“, freut sich S04-Trainer Raphael Wilder.

Der Neuzugang stellt laut Wilder jedoch keinen Eins-zu-Eins-Ersatz für den am Kreuzband verletzten Shawn Gulley dar. „Tibor ist ein ganz anderer Spielertyp als Shawn und wird uns auf allen Guard-Positionen weiterhelfen. Er wird zwar noch ein wenig Zeit brauchen, bis er an seine Form aus dem vergangenen Jahr anknüpfen kann, aber ich bin mir sicher, dass ein Spieler seiner Klasse schnell zu alter Stärke zurückfinden wird. Ich nehme jedoch ganz bewusst jeglichen Druck von ihm und erwarte absolut keine Wunderdinge von ihm. Ich bin einfach nur froh, dass er bei uns ist und unsere Optionen erweitert“, so Wilder über seinen neuen Schützling. Gegen die Quakenbrücker steuerte der Neuzugang bei seinem Debüt zehn Punkte und drei Assists bei.

Phoenix befindet sich in Negativspirale

Die Schalker sind mit zwei Siegen und zwei Niederlagen voll im Soll. Anders sieht es bei den Feuervögeln aus. Drei Niederlagen in Folge setzte es für die Hagener, Platz 13 ist die Folge. Vor allem gegen das zuvor punktlose Team aus Kirchheim schmerzt die Niederlage besonders.

Phoenix-Cheftrainer Kevin Magdowski erklärte dementsprechend nach der Begegnung: „Ich bin wirklich sehr, sehr enttäuscht. Kirchheim hat einfach nicht aufgegeben und wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit unheimlich viele Zweier und einfache Punkte abgegeben. Da 53 Punkte zu kassieren, war einfach zu viel. Wir befinden uns sicherlich in einer schwierigen Phase. Ich bin da ganz ehrlich, gegen Chemnitz und Quakenbrück kann man verlieren, aber die heutige Schlappe verbuche ich als wirklich negative Niederlage. Die Saison ist noch lang, aber den Terminus Fehlstart müssen wir uns wohl gefallen lassen.“

Nach gutem Beginn klappte nichts mehr

Dabei hatte alles gut begonnen. Im ersten Spielabschnitt dominierten die Feuervögel vor heimischer Kulisse und wurden angetrieben von Jannik Lodders und Topscorer Kris Davis (insgesamt 21 Punkte).

Der größte Vorsprung war zu Beginn des zweiten Viertels, als Davis zum 37:20 traf. Doch Gäste-Coach Maurico Parra schaffte es durch eine genommene Auszeit nicht nur, den Phoenix-Rhythmus zu brechen, sondern sein Team auch „einzunorden“.

Rohndell Goodwin schwang den Taktstock bei Kirchheim, die Punkt um Punkt aufholten. Die heimischen Fans durften ihren Augen kaum trauen. Binnen kürzester Zeit schmolz der Vorsprung. Im letzten Viertel brachen gar alle Dämme, als die Gäste die Partie vollständig drehten. 86:90 stand am Ende auf der Anzeigetafel und sorgte für die bittere Gewissheit, nun einen klassischen Fehlstart hingelegt zu haben.

 

FC Schalke 04 Basketball
Zwei hohe Siege und zwei Niederlagen: Die Bilanz von Aufsteiger FC Schalke 04 kann sich bisher durchaus sehen lassen. (Foto: FC Schalke 04)