Hagen. Interimstrainer Tobit Schneider hat es vorgemacht, Neu-Headcoach Chris Harris tut es ihm nach. Beide führten den 2.Basketballbundesligisten Phoenix Hagen wieder auf die Erfolgsspur. Der vierte Sieg in Folge stand mit dem Sieg am vergangenen Wochenende gegen die Nürnberg Falcons zu Buche. Mit 93:81 gewannen die Feuervögel unter neuem Trainer. In der Tabelle machte sich die Siegesserie besonders bemerkbar, mit Platz 8 ist das Team auf einem Playoff-Platz gelandet. Wobei die Mannschaften der ProA punktemäßig von Platz 3 bis 12 eng zusammen stehen.

Woran liegt es? Chris Harris war bereits vor seinem ersten Spiel begeistert vom Team: „Ich kann sagen, dass unsere Mannschaft körperlich und athletisch topfit ist und ich habe in meiner ersten Woche einen sehr guten Eindruck vom Team gewinnen können.“

Die Vorarbeit von Tobit Schneider und Alex Nolte trug Früchte. Der Teamgeist stimmt wieder, der Angriff funktioniert mit Dreiern und auch die Defensive lässt – trotz einer hohen Foulbelastung – wieder hoffen. Die sonst so kritischen Viertel nach der Pause, in der Phoenix meist enge Spiele und damit Kopf, Kragen und jeden Faden verlor, scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Jasper Günter und Marco Hollersbacher als „Jungspunde“ entwickeln sich immer weiter, Jannik Lodders ist eine weitere Stütze, Alex Herrera glänzt in Abwehr und Angriff.
Chris Harris zufrieden

Chris Harris freute sich: „Wir waren die ganze Zeit guter Dinge, dass wir das Spiel für uns entscheiden können. Der Plan war, die Nürnberger früh müde zu machen und ein schnelles erstes Viertel zu spielen. Da hat auch Jasper schon früh die Chance bekommen, sich zu präsentieren. Er und Marco trainieren genauso gut wie alle anderen und haben mein vollstes Vertrauen. Die frühe Foulbelastung hat es dann natürlich schwieriger gemacht, doch auch dafür haben wir eine Lösung gefunden. Wir haben nach der Halbzeit Maßnahmen ergriffen, um die Nürnberg auch mit den Kleineren in den Griff zu bekommen. Wir haben mehr Druck über das ganze Feld gemacht, stark verteidigt und um jeden Rebound gekämpft. Da muss ich auch Alex‘ Defensiv-Arbeit loben. Mit seinen Rebounds und Blocks hat er uns sehr dabei geholfen, den Gegner bei gerademal neun Punkten zu halten.“

Phoenix Hagen - Chris Harris
Erstes Spiel – erster Sieg: Der neue Headcoach Chris Harris konnte mit seiner neuen Mannschaft gegen Nürnberg glänzen.
(Foto: Jörg Laube/Phoenix Hagen)

Nächste Gegner: Paderborn

Nun steht der 13. Spieltag an: Gegen die Uni Baskets Paderborn geht es am kommenden Samstag, 8. Dezember, um 19 Uhr am Ischeland um die Vormachtstellung in Westfalen. Nach dem stimmungsvollen Derbysieg gegen Schalke ist erneut Zeit für ein NRW-Derby in der ProA. Mit den Uni Baskets Paderborn kommt der Tabellen­elfte in die Krollmann-Arena.

Gegner sind auf Augenhöhe

Mit fünf Siegen und sieben Niederlagen sind die Ostwestfalen statistisch gesehen fast auf Augenhöhe der Feuervögel, die nach dem Sieg in Nürnberg sechs Siege und sechs Niederlagen verbuchen. Die Mannschaft von Headcoach Ulli Naechster ist bereits in der Pre-Season gegen die Feuervögel angetreten und unterlag damals 78:93.

Doch das fast komplett neu zusammengestellte Team hat sich inzwischen gut eingespielt und wird alles daran setzen, die Punkte aus Hagen mitzunehmen. Zumal die letzte Begegnung gegen Urspring Ehingen verloren ging und sich Trainer Naechster über diese Niederlage besonders ärgerte. Die Paderborner hatten lange geführt und verloren die Partie, in der zwei Verlängerungen gespielt werden mussten, bis ein Sieger feststand, doch noch mit 100:113.

Seidel: Auf gutem Weg

Geschäftsführer Patrick Seidel sagt zum Erfolg der letzten vier Partien und mit Blick auf die nächsten Spiele: „Wir haben in den letzten Wochen an den richtigen Schrauben gedreht und nehmen den Moment nun gerne mit. Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, die gesteckten Ziele zu erreichen. Ich denke, dass wir aber gut beraten sind, weiterhin von Spiel zu Spiel zu schauen und immer unseren bestmöglichen Job abzuliefern. Wir wollen uns jetzt natürlich schnellstmöglich im Playoff-Bereich festsetzen.“

Nikolausgeschenk?

Dass bei Phoenix der Siegeswille zurückgekehrt ist, war in den vergangenen Spielen unter neuer Leitung nicht zu übersehen. Vielleicht schenkt die Mannschaft ihren Fans nachträglich zum Nikolaus – kurz vor Hinrundenende – einen weiteren Sieg.