Nach dem Playoff-Aus: Roosters treffen erste Entscheidungen

Der letzte Vorhang der Saison 2017/18 fiel für die Roosters in Bremerhaven. Vor dem Heimspiel zuvor herrschte aber gute Stimmung bei Team und Mannschaft. (Foto: Lewandowski)

Iserlohn. Man merkte es Roosters-Manager Karsten Mende und seinem Coach Rob Daum beim Gespräch am Donnerstag noch an: Das Aus in der ersten Runde der Playoffs gegen Bremerhaven kam früh. Zu früh. „Es fühlt sich unvollendet an“, beschreibt Mende die Situation, knapp eine Woche nach dem Ausscheiden. Nach einer furiosen Aufholjagd hatten sich die Roosters überhaupt für die Endrunde qualifizieren können. Deshalb ist der Manager auch grundsätzlich glücklich mit der Leistung seiner Mannschaft: „Ich muss Rob und den Spielern ein großes Kompliment aussprechen.“ Nach dem schwierigen und nicht sehr erfolgreichen Start in die Saison haben die Sauerländer sich von Cheftrainer Jari Pasanen getrennt.

Wende dank Daum

Mit Rob Daum kam frischer Wind in die Mannschaft, der Erfolg brachte. Zehn Siege mehr als in der Vorsaison hatten die Roosters am Ende auf dem Konto. Dazu die Qualifikation für die erste Runde der Playoffs. „Im letzten Spiel der Hauptrunde haben wir zwischenzeitlich auf Platz fünf gestanden“, erinnert Mende daran, dass fast die direkte Qualifikation für das Viertelfinale geglückt wäre.
Doch die Realität ist, dass die Playoffs ohne die Iserlohner fortgesetzt werden. Doch langes Hadern mit dem Schicksal ist nicht drin für die Roosters. Daher wurden bereits einige Personalentscheidungen getroffen und auch öffentlich gemacht.

Große Fluktuation

Gleich zehn Spieler werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr das Trikot der Blau-Weißen tragen. Keine neuen Verträge erhalten die Verteidiger Alexander Bonsaksen und Oscar Eklund sowie die Stürmer Marcel Kahle, Chad Bassen, Chad Costello, Johannes Salmonsson und Topscorer Jack Combs.
Mit 22 Toren gehörte Combs zu den treffsichersten Akteuren der vergangenen Saison. Sein Aus am Seilersee begründet Coach Daum vor allem damit, dass Combs in verschiedenen Bereich außerhalb des Toreschießens nicht in das Konzept passt
Chris Brown hat bereits ein Arbeitspapier bei einem neuen Verein unterzeichnet, während Johan Larsson das Angebot der Roosters ausgeschlagen hat. Boris Blank wird seine Schlittschuhe endgültig an den berühmten Nagel hängen. Doch nach vier Spielzeiten am Seilersee soll noch nicht Schluss sein für den 39-Jährigen. Er befindet sich in guten Verhandlungen mit der Nachwuchsabteilung Young Roosters Iserlohn, um dort einen Posten zu übernehmen.
Offen sind dagegen noch zwei Planstellen. Travis Turnbull hat ein Angebot der Roosters vorliegen, das noch finalisiert werden muss. Und bei Blaine Down ist die Entscheidung gefallen, ob der 35-Jährige noch eine Zukunft am Seilersee hat.

Offenes Torhüter-Duell

Ein gültiges Arbeitspapier für die kommende Spielzeit im Roosters-Dress haben die beiden Torhüter Sebastian Dahm und Mathias Lange. Wechselwünsche sind Manager Mende nicht bekannt. Vielmehr lobt er die starken Leistungen von Lange, der während der Verletzungspause von Dahm sehr stark gehalten hat und umgekehrt, dass der Däne gerade in der Endphase den vermehrten Vorzug erhalten hat, weil Lange immer wieder mit Blessuren zu kämpfen hatte.
„In der kommenden Saison werden die Karten neu gemischt“, so Mende.
In der Verteidigung bleiben Christopher Fischer, Sasa Martinovic, Dieter Orendorz und Kevin Schmidt den Roosters treu. Etwas überraschend bleibt auch der Last-Minute-Transfer
Anthony Camara am Seilersee. Er hat sich in der kurzen Zeit bereits bewährt und das Vertrauen der sportlichen Leitung gewonnen. Ein Risiko sieht Mende daher nicht: „Er hat uns im Training und in den Spielen überzeugt. Er wird natürlich nicht in jedem Spiel ein Tor machen, aber wir wissen, was wir an ihm haben.“ Der aktuell verletzte Louie Caporusso soll ab Juni wieder „Vollgas“ geben können und wird zum Start der Eiszeit in Iserlohn Anfang August Topfit erwartet – und auch eingeplant. Bleiben werden zudem Kapitän Jason Jaspers, Marko Friedrich, Jake Weidner, Denis Shevyrin und Justin Florek.

Drei Neue

Auf neue Namen können sich die Roosters-Fans ebenfalls freuen. Bereits drei „Neue“ hat Karsten Mende unter Vertrag genommen. Namen nannte der Manager nicht.
Nur so viel: Ein Spieler ist aktuell bei einem DEL-Konkurrenten unter Vertrag, ein weiterer hat Europa-Erfahrung und der dritte Spieler wird erstmals aus Übersee nach Europa wechseln.
Trainer Rob Daum skizzierte das Anforderungsprofil für die Neuzugänge wie folgt: Teamspieler, die den Mannschaftserfolg vor den individuellen Erfolg stellen, harte Arbeiter, egal in welchem Alter, „solange sie noch genug im Tank haben“.
Wer tatsächlich an den Seilersee kommen wird, ist spekulativ. Ein Kandidat könnte Curtis Gedig sein. Der 26-jährige Offensivverteidiger stand zuletzt in Norwegen bei den Stavanger Oilers unter Vertrag und soll laut Medienbericht dort, in der kommenden Saison seine Zelte in Deutschland aufschlagen. Er erzielte 32 Scorerpunkte in 45 Partien in Norwegen, konnte sich aber nicht dauerhaft durchsetzen. Weitere Namen flattern durch diverse Online-Foren, wie zum Beispiel Kevin Orendorz (Krefeld)oder Damien Fleury (Schwenningen). Bei letzterem kann Manager Mende allerdings Licht ins Dunkle bringen. Er gehört nicht zu den Verpflichtungen der Roosters.