Spätestens nach 25 Arbeitstagen weiß man, mit welcher Unterstützung man seitens der Pflegekasse rechnen kann. (Foto: Wiltrud Zweigler/be.p)

Wer einen Antrag auf einen Pflegegrad stellt, weiß spätestens nach 25 Arbeitstagen, welchen er bekommt. Innerhalb dieses Zeitraumes muss die Begutachtung stattgefunden haben und die Entscheidung der Pflegeversicherung beim Betroffenen vorliegen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist.

Verkürzte Frist

Eine kürzere Frist gilt beispielsweise für jene, die sich im Krankenhaus, einer stationären Rehabilitationseinrichtung oder in einem Hospiz befinden oder ambulant palliativ versorgt werden. In solchen Fällen ist spätestens innerhalb einer Woche die Begutachtung durchzuführen und der Entscheid über den Pflegegrad laut Gesetz „unverzüglich“ mitzuteilen.

Eine auf zwei Wochen verkürzte Begutachtungsfrist gilt dann, wenn der Antragsteller zu Hause lebt und der pflegende Angehörige Pflegezeit angekündigt oder eine Familienpflegezeit mit seinem Arbeitgeber vereinbart hat. In diesen Fällen hat der Gutachter den Antragsteller „unverzüglich schriftlich“ zu informieren, welche Empfehlung er an die Pflegekasse weitergeleitet hat.

„Weil der Gutachterbesuch letztlich ausschlaggebend für den Pflegegrad ist, sollte man sich unbedingt entsprechend vorbereiten“, sagt Dr. Sylke Wetstein von der bundesweiten Compass Pflegeberatung. Das gelte für den Antragsteller wie für die Angehörigen gleichermaßen.

„Deshalb empfiehlt es sich, zeitgleich mit dem Antrag einen Termin mit einem Pflegeberater in der Wohnung zu vereinbaren. Die Beratung ist immer kostenlos. Informiert wird dabei zunächst über den Ablauf der Begutachtung und die Kriterien für die Ermittlung des Pflegegrades.“ Der pflegende Angehörige sollte sich vom Berater auch den Vordruck eines Pflegeprotokolls geben lassen, dort alle wesentlichen Informationen bis zum Gutachterbesuch eintragen sowie alle relevanten Arztunterlagen bereitlegen.

Kontakt

Kontakt zum Berater bekommt man über die Pflegeversicherung des Antragstellers oder bei einem Pflegestützpunkt. Wer einen der fünf Pflegegrade erhalten hat, sollte danach einen neuen Termin mit dem Berater vereinbaren und sich detailliert über seine Ansprüche informieren lassen.

Wenn man schon Ausgaben für einen ambulanten Dienst hatte, bevor die Begutachtung stattfand, sollten die Quittungen bei der Pflegeversicherung eingereicht werden. Denn je nach dem, welche Ansprüche der Pflegegrad beinhaltet, werden die Kosten rückwirkend zum Tag der Antragstellung erstattet.

Unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800/1018800 erhalten gesetzlich wie privat Versicherte weitere Informationen.