Wild kennt keine Uhrzeiten

Auch im Kreis Unna kommt es immer wieder zu Wildunfällen. Die Morgen-und Abendstunden zur Zeit des Berufsverkehrs sind besonders gefährlich. (Foto: Kreisjägerschaft)

Meist passiert es in der Dämmerung. Unfälle zwischen Wild und Autofahrern führen jährlich zu etwa 20 Verkehrstoten, viel Tierleid und etwa 680 Millionen Sachschäden. Zur Zeitumstellung ist besondere Vorsicht geboten, denn die Tiere kennen keine Uhrzeiten und werden vom starken Verkehrsaufkommen oftmals überrascht.

Auch im Kreis Unna kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, warnt die Kreisjägerschaft Unna e.V. „Die Morgen-und Abendstunden, zur Zeit des Berufsverkehrs, sind besonders gefährlich, wenn das Wild zwischen seinen Einständen im Wald und den Wiesen wechselt, um Futter zu suchen“, erklärt Reinhard Middendorf, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Unna.

Ein Zusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit kann verheerende Folgen haben. „Ein Reh von nur 20 Kilo hat bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne“, erläutert Middendorf weiter, „so kann ein Unfall schnell tödliche Folgen für die Insassen haben.“ An besonders gefährdeten Bereichen sind Warnschilder aufgestellt.

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß, muss die Polizei vom Fahrer benachrichtigt werden. Dies gilt auch dann, wenn das Wild geflüchtet ist. Die Polizei wird dann den örtlichen Jäger informieren. Die Tiere erleiden nach dem Crash oft schwere innere Verletzungen. Um unnötige Qualen zu verhindern, veranlasst der zuständige Jäger dann eine sogenannte Nachsuche.

„Dafür haben wir speziell ausgebildete Hunde, mit ihnen können wir auch ohne Spuren von Blut das verletze Stück Wild finden.“, erklärt Michael Garbe, Nachsuchenführer im Kreis Unna.

Fahrzeugführer sind rechtlich verpflichtet, die Polizei zu verständigen. Wer dies in NRW bei einem Verkehrsunfall mit Paarhufern, hierzu gehören Reh, Wildschwein, Mufflon und die drei in NRW vorkommenden Hirscharten, nicht tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit.