Nett sein kann man auch noch morgen

Hagen. (AnS) „Nett ist die große Schwester von Scheiße“ heißt ein Spruch, der ganz gut das Thema des Buches „Wege aus der Nettigkeitsfalle“ von Nele Süß beschreibt.
Nett sind wir zu oft, sagt die Kommunikationstrainerin und Moderatorin: Ob beim Metzger, wenn es wieder mal etwas mehr sein darf, oder im Büro, wenn es heißt „Kannst du mal eben?“ – Situationen, in denen wir zu oft und zu schnell ja sagen, obwohl wir lieber unser „Nein“ hören würden.
Die Einsicht ist da, aber oft wollen wir unsere Komfortzone nicht verlassen. Die Autorin gibt Tipps, wie man aufhören kann, zu nett zu sein und mit sich selbst trotzdem im Reinen sein kann. Manchmal kann es ganz einfach sein, indem man innehält und achtsam ist und sich Freiräume schafft. Und bei positiven Ereignissen nicht vergessen: Auf die Schulter klopfen und loben!
So ernst das Thema ist, die Autorin lässt einen manches Mal schmunzeln. Ertappt man sich bei vielen Situationen, die beschrieben sind, doch zu nett gewesen zu sein. Viele der Tipps lassen sich umsetzen, ob es sich um die Körperübungen handelt oder Vorschläge für den Sprachmodus. Manchmal hilft auch Humor.
Das Buch ist, wie Süß sagt, kein One-Night-Stand, sondern eine Langzeitbeziehung und Unterstützung für alle zu netten Menschen, manchem mit mehr Selbstbewusstsein und Gelassenheit zu begegnen. Eine der Erkenntnisse: „Nicht jeder muss mich mögen!“
Ja, dann man los, den Ratgeber lesen. Alles andere kann warten, denn nett sein kann man auch noch morgen!

Wege aus der Nettigkeitsfalle
ISBN 978-3-86910-680-9
Humboldt-Verlag