Heiliger Geist

Dass sich an Pfingsten der Heilige Geist über die Gläubigen ergießt, quasi ausgeschüttet wird über der Christenheit – nun, das ist schwer zu begreifen, kaum zu fassen.

Was das bedeutet, wollte ein Pfarrer im tiefsten Bayern seiner Gemeinde mittels einer Taube anschaulich machen. Steht doch das sanft gurrende Federvieh als Symbol für den Heiligen Geist, der sich menschlichen Augen und Ohren weitgehend entzieht und auch dem kühlen Verstand eine Nase dreht.

Am Ende seiner Predigt wollte der Pastor den Heiligen Geist anflehen, auf die Gemeinde herabzukommen. In diesem Moment sollte ein kleiner Junge eine Taube auf der Orgel-Empore freilassen. Es kam, wie es kommen musste: Mit bewegter Stimme rief der Pfarrer: „Komm, Heiliger Geist, auf uns nieder!“ Aber nichts geschah. Erneut streckte Hochwürden seine Hände himmelwärts: „Heiliger Geist, komm auf uns nieder!“ Wieder nichts. Da, in die Stille, rief der Junge von der Empore: „Herr Pfarrer, die dicke Katze von nebenan hat den Heiligen Geist gefressen! Soll ich die Katze runterwerfen?“

In diesem Sinne: Frohe Pfingsten zwischen und Wissen und Glauben und dem Versuch zu verstehen.