Export-Schlager

Die Weihnachtsmarkt-Saison läuft gerade an. Ob Dresden, Nürnberg, Rothenburg oder Aachen – die Menschenmassen strömen herbei. Die Busunternehmer kutschieren Abertausende von Menschen zu den berühmtesten Vorzeige-Weihnachtsmärkten zwischen Nordsee und Alpenrand. Selbst in unserer Region fahren ganze Bus-Konvois aus Holland vor.

Die Marke „deutscher Weihnachtsmarkt“ ist ein Erfolgsprodukt – jetzt mal rein ökonomisch betrachtet. Das füllt aber nicht nur im Inland die Kassen. Für die Stadt Frankfurt wurde es zum echten Export-Schlager. Die Frankfurter Tourismusgesellschaft vermietet an hiesige Anbieter und Schausteller Stände auf dem größten deutschen Weihnachtsmarkt außerhalb Deutschlands. Der steht in Frankfurts englischer Partnerstadt Birmingham. Er startete 1997 erst als kleiner Versuchsballon mit bescheidenen 40 Buden und hat sich mittlerweile zu einen Publikumsmagneten der Extraklasse aufgebläht. Er lockt von Mitte November bis Heiligabend rund fünf Millionen Menschen in die City von Birmingham. Die mögen‘s deutsch samt der weihnachtlichen Schlager und der Volksmusik.

Glühwein, edle Schwarzwälder Kirschtorte, Krapfen, Lebkuchenherzen, gebrannte Mandeln, leckerer Krustenbraten, Frankfurter Würstchen… – alles geht über die Hüttentheke wie im Original, nur viel teurer. Die Ware kommt nämlich wöchentlich frisch aus Deutschland. Das kostet.

Eine Frankfurter Unternehmerin betreibt gleich 16 Buden in Birmingham und beschäftigt darin 110 Leute. Allein in einem Monat können da rund 50.000 Euro Flugkosten für das Personal anfallen. Um das wieder rein zu kriegen, müssen die Birminghamer eben Riesenmengen Krapfen futtern und Glühwein schlürfen. Aber keine Sorge: Die schaffen das.

Schönen Sonntag.