Dicke Bretter

Im Hagener Rathaus regierten in den letzten Jahren die Schwerstbedenkenträger, die Problemstocherer und Gehtniche. Kein Wunder, waren doch die letzten beiden Oberbürgermeister derart „gestrickt“, dass ihnen jeder Beamte ein X für ein U vormachen konnte.

Mit Jörg Dehm bezog nun ein Verwaltungsfachmann den OB-Sessel – jemand, der weiß, wie der Hase läuft. Deshalb bläst ihm zwar manchmal der Wind ins Gesicht. Aber das ist normal und egal.

Jörg Dehm hat in den letzten Tagen begonnen, ein Versprechen aus Wahlkampfzeiten einzulösen: Er will die Bereiche Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing neu sortieren.

Höchste Zeit. Gehörte doch Hagen bei der „Wirtschaftsfreundlichkeit“ in den letzten Jahren bei allen Untersuchungen immer zu den landesweiten Schlusslichtern. Das sprach sich sogar bis ins ferne Dinslaken herum, dem früheren Dienstsitz unseres heutigen Oberbürgermeisters.

Spätestens zum 1. November 2010 soll die „Hagen Agentur GmbH“ an den Start gehen. Unter ihrem Dach werden die bisherige Wirtschaftsförderung GmbH (WFG), das Servicezentrum Wirtschaft (SZW), die Hagen Touristik sowie Aufgaben des Stadtmarketings und der Stadtwerbung zusammengeführt. Eine entsprechende Vorlage von Oberbürgermeister Jörg Dehm soll am 8. Juli im Rat beschlossen werden.

Big Boss der neuen Agentur wird der bisherige WFG-Chef Gerhard Schießer. Ein paar Monate hat er Zeit, sich zu bewähren. Er muss Druck machen. Jüngste Zahlen zeigen schon wieder, wie sehr Hagen auf dem absteigenden Ast sitzt. Diesmal wurde in der „Metropole Ruhr“ die Beschäftigungsentwicklung von 2008 bis 2009 unter die Lupe genommen. Mehrere Städte – etwa Dortmund – verbuchen trotz Wirtschaftskrise deutliche Stellenzuwächse. Die Volmestadt liegt erneut am Ende: Genau wie Bochum verzeichnete Hagen in nur einem Jahr ein Minus von über 2000 Beschäftigten.

Das ist das Hintallerletzte.

Die neue Agentur wird dicke Bretter bohren müssen!

Tilo