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Ähnlich wie im Bundestag gibt es auch im Rat einer Stadt zahlreiche Beiräte und Ausschüsse, in denen oft die eigentlichen Entscheidungen fallen. Da gibt es in Hagen den Integrationsbeirat, den Seniorenbeirat und den Frauenbeirat, den Kultur- und Weiterbildungsausschuss, den Schulausschuss, den Sport- und Freizeitausschuss, den Haupt- und Finanz­ausschuss, den Stadtentwicklungsausschuss, den Umweltausschuss und so weiter und so fort. Das alles kostet eine Menge Geld und ist manchmal ziemlich zeitraubend.

Wohl dem, der hier überhaupt den Überblick behält und stets genau weiß, wann was wo beschlossen worden ist.

Ob diese Ausschüsse und Beiräte immer alle notwendig sind? Nun, darüber kann man mit Fug und Recht streiten. Sicherlich sind sie unterschiedlich gewichtig. Auf jeden Fall produzieren sie reichlich Gehirnschmalz.

Inwiefern viel oder wenig zu tun ist, hängt teilweise auch von den Ausschussmitgliedern selbst ab. Die fleißigeren Mitglieder „produzieren“ normalerweise wesentlich mehr Anträge und Anfragen als andere. So wird beispielsweise von den „Bürgern für Hohenlimburg“ oder von den Hagen-­Aktiv-Streitern in der Regel deutlich mehr getan als etwa von den AfDlern.

Selbstverständlich gehört es zu den Aufgaben des Rates, alle Jahre wieder darüber nachzudenken, ob alle Ausschüsse notwendig sind. Eine solche Anregung wurde jetzt von der Hagener SPD vorgelegt. Unter der sperrigen Überschrift „Effektiveres Verwaltungshandeln, Kompetenzen und Zuständigkeiten bündeln, Kostensenken“ regen die Genossen an, am morgigen Donnerstag in der Ratssitzung (Beginn: 15 Uhr) einen Ausschuss zu „versenken“, indem man „Stadtentwicklung“ und „Umwelt“ zusammenlegt. Das spare nicht nur Geld ein, sondern führe auch zu „besseren Abwägungsergebnissen“, weil es viele Schnittmengen gebe.

Ein löbliches Ansinnen – jedenfalls auf den ersten Blick. Beim genaueren Blick fällt auf, dass die SPD den dann neuen Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Verkehr jedoch personell aufblähen möchte. Warum? Nun, weil die Sozialdemokraten die eigenen Leute, die sonst durch den Wegfall plötzlich ohne Pöstchen wären, nicht im Regen stehen lassen möchten. Junge, Junge, ein ganz schön hintertriebenes Manöver.

Liebe SPD, Geld und Zeit einzusparen, ist immer gut. Aber dann bitte richtig. Halbiert die Zahl aller Ausschüsse und Beiräte, reduziert zudem die Menge der Ratsleute, Bezirksvertreter und sachkundigen Bürger – und prompt gibt es noch bessere „Abwägungsergebnisse“, wetten?

Tilo