„Geht nicht“

Die einfachste Arbeit ist die, die man liegen lässt. Vielleicht ist das ja der Grund, warum die Bezirksvertretung (BV) Hohenlimburg ihre liebe Not mit der Hagener Stadtverwaltung hat, wenn es am Fuße des Schlossbergs um das Thema „Verkehr“ geht. Ob zusätzliche Parkplätze, Zebrastreifen oder Absenkung von Bordsteinkanten an Fußgängerampeln: Mögen die Anträge der Bezirksvertreter noch so vernünftig sein; regelmäßig erleben die Freizeitpolitiker, dass im Hagener Rathaus erst einmal alle Ampeln auf „Rot“ stehen.

So hatten die „Bürger für Hohenlimburg“ vorgeschlagen, die Zahl von sechs Behindertenparkplätzen vor dem Elseyer Krankenhaus auf zwei zu kappen. Seltenst nämlich befinden sich auf diesen reservierten Parkstreifen ein bis zwei Autos, während der normale Parkraum vor dem Krankenhaus knapp ist. Eine logische Idee, aber: „Geht nicht“, schallte es aus dem zuständigen Fachamt. Es müsse sichergestellt sein, dass die neben den Parkstreifen befindliche Liegend-Anfahrt am Hauptportal nicht von Autos blockiert werde. So sei es auch mit der Krankenhausverwaltung abgesprochen, und deshalb bleibe alles, wie es ist. Basta!

Die Absprache der Stadtverwaltung mit dem Krankenhaus freilich stammt aus dem Jahr 1983. Zwei Jahre, bevor Professor Brinkmann seinen Dienst in der Schwarzwaldklinik aufnahm. 30 Jahre später ist Professor Brinkmann längst tot und die Liegend-Anfahrt des Elseyer Krankenhauses befindet sich seit langem nicht mehr am Hauptportal, sondern auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes. Deshalb, so erfuhr die Hohenlimburger CDU auf Nachfrage im Krankenhaus, benötigt man dort schon lange keine sechs Behindertenparkplätze mehr. Der Beigeordnete Dr. Schmidt hat sich mittlerweile für die angemufften Belehrungen aus der Fachverwaltung entschuldigt. Die Parkplätze können umgewidmet werden.

Nicht immer geht es so gut aus. In der Aprilsitzung hatte die BV einen provisorischen Fußgängerweg neben dem neuen Aldi/Rewe-Komplex am Hohenlimburger Bahnhof beschlossen. Die Fußgänger sollten sicher zu einem Zebrastreifen gelangen, statt an einer gefährlichen Kreisel-Einmündung die Fahrbahn überqueren zu müssen. Eine „Schnell-Maßnahme“, bis ein endgültiger Bürgersteig gebaut wird. Das Provisorium sollte mit ein paar Barken und Flatterband, ohne großen Aufwand, eingerichtet werden – eine Sache von zwanzig Minuten Arbeit.

Im Hagener Rathauses sprang umgehend das „Geht nicht-Abwehrsystem“ an. Erst legte man den Antrag einige Wochen auf Eis, dann wurde mitgeteilt, eine Absicherung mit Barken und Flatterband sei nicht sachgerecht. Ohnehin stünden auch schon die Bauarbeiten für den Bürgersteig bevor. Damit habe sich die Sache wohl erledigt.

Ein paar Tage später wurde – auf der anderen Straßenseite – tatsächlich „gebuddelt“. Die Baustelle hatte man zum Schutz der Fußgänger abgesichert. Mit Barken. Und Flatterband

Ach!

Den „Bürgern für Hohenlimburg“ reicht es jetzt. Sie haben sich in Düsseldorf erkundigt, wie man als politische Gruppierung gegen die Missachtung von Beschlüssen seitens der Stadtverwaltung vorgehen kann. Nicht für diese Bagatelle, sondern für den nächsten Fall aus der Reihe „Geht nicht …“