Laubfrosch-Freuden

Hey, Sommer 2010, was soll das? Erst haben wir wochenlang unter Deiner knalligen Trockenheit und Hitze gestöhnt. Dann Wolkenbruch, Sturm und Kälte. In den letzten 120 Jahren hat es bei uns NOCH NIE im August so viel gepladdert wie diesmal. Normal sind 77 Liter. Im bisherigen Rekordjahr 1960 waren es 134 Liter. Heuer klatschten 157 Liter auf uns nieder. Da muss man ein Laubfrosch sein, um so etwas schön zu finden.

Kleiner Trost: Angeblich war es in diesem August ein kleines bisschen wärmer (!) als normalerweise. Ist doch schön. Es kam uns zwar durch den Regen fröstelkühler vor, aber in Wirklichkeit war es in deutschen Landen wärmer.

Die Politik hat sich den Wetter-Purzelbäumen angepasst. Oder ist es umgekehrt? Egal. Berlin tanzt um die Bläh- und Aufpluster-Themen „Einwanderung und Bildung“ sowie „Lebensverlängerung für Atomkraftwerke“. Bis zur nächsten Sau, die durchs Dorf getrieben wird – dann wieder in Gegenrichtung natürlich.

In Hagen naht das Happy End einer Endlos-Geschichte: das Tierheim darf gebaut werden. Nach monatelangen Schlammschlachten – mit zahlreichen Ratsbeschlüssen, Prozessdrohungen und Torpedos aus dem Lager des bisherigen Regierungspräsidenten Diegel – folgte jetzt ein Machtwort des neuen RP. Er hat angekündigt, die beantragten Gelder aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung freizugeben. Die Tierfreunde dürfen jubeln: Endlich kann an der Hasselstraße gebaut werden.

In der Politik ist es eben wie beim Wetter: irgendwann strahlt wieder die Sonne und die Vernunft bahnt eine Gasse sich.

Da lachen Mensch und Laubfrosch gemeinsam.

Tilo