Leere Taschen

In Süddeutschland steht jetzt die Führungscrew einer in Kroatien beheimateten Einbrecherbande vor Gericht, der zeitweise 500 Mitglieder aus 30 Familien angehörten. Statt in die Schule wurden vor allem die halbwüchsigen Kinder „auf Tour“ quer durch Deutschland geschickt, Motto: Es reicht, wenn man weiß, wie ein Schraubendreher funktioniert. Ob auch die Einbrecher aus dieser Bande stammen, die unlängst in der Nachbarstadt Schwerte besonders schlau zu Werke gingen? Sie kundschafteten eine Tankstelle aus und entdeckten tatsächlich eine „Schwachstelle“ – den Staubsauger­automaten. Nur mit einem handelsüblichen Vorhängeschloss gesichert war das Objekt der Begierde eine leichte „Beute“. Also machten sie sich im Schutz der Dunkelheit auf den Weg. Bewaffnet mit Schraubendreher, Brecheisen und Co. schlichen sie sich an und brachen die Automaten auf. Erst einen, dann zwei, dann drei. Doch, oh Schreck, alle leer! Hatte ein besonders misstrauischer Tankstellenwart etwa just an diesem Abend die Automaten geleert? Viel besser! Die Tankstelle bietet ihren Kunden den Service KOSTENLOS an. Sprich: Niemand hatte jemals auch nur einen einzigen Cent in diesen Automaten geworfen. Das hätten die Diebe vielleicht wissen können, wenn sie die zahlreichen Aufkleber auf den Automaten gelesen hätten. Mit leeren Händen und wahrscheinlich einer ordentlichen Portion Wut im Bauch nahmen die Diebe die Beine in die Hand. Ihre Bilanz: Ein Schaden in vierstelliger Höhe. Das ist verdammt ärgerlich für den Tankstellenbesitzer. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Aber laut neuester Studie können unsere Kinder dies ja immer schlechter – und dazu müssen sie nicht einmal aus Kroatien stammen. Tilo