Nichts ist vorbei

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei. Im Karneval und bei den Katholiken mag das auch stimmen. In der Politik geht’s jetzt erst richtig rund.

In der SPD, die aktuellen Umfragen zufolge in der Wäh­lergunst bereits auf klar unter 20 Prozent abgesackt ist, nimmt das „Hauen und Stechen“ eher noch zu. Ob die Sozis tatsächlich in die „GroKo“ eintreten? Da muss man sich bis zum 4. März gedulden – an diesem Tag darf dann die designierte Parteivorsitzende Andrea Nahles verkünden, wie die Basis abgestimmt hat.

Überall in Europa schaut man inzwischen mit Besorgnis –oder mit Häme – nach Berlin. In die Macht-Lücke versuchen vielerorts Rechtspopulisten zu stoßen – sie sind ja bekanntlich so etwas wie die „fünfte Kolonne Putins“.

Schließlich hat der russische Präsident ein großes Interesse daran, Europa und die EU zu spalten. Wie wussten schon die Römer vor 2000 Jahren: „Teile und herrsche.“

Im Rheinland geizten die Narren in diesen Tagen in Bezug auf die SPD und ihren bisherigen „Würselner Vorturner“ Martin Schulz nicht mit Spott, so wurde er auf einem Karnevalswagen als Rohrkrepierer dargestellt. Nun, Ehre, wem Ehre gebührt.

In Hagen hielten sich die Jecken politisch eher bedeckt, abgesehen vor allem von den Heidefreunden. Sie zeigten beim „großen Fressen“, wie unsere westliche Demokratie von fiesen Maden – darunter Erdogan, Putin und der nordkoreanische „Raketenmann“ – ganz fies angefressen wird. Überdies machten sich die Heidefreunde auch über OB Erik O. Schulz und seine Sektbar am Rathaus lustig (Ballermann am Volmestrand).

Im Rheinland war, klar!, auch Trump ein Riesenthema – so wurde er unter anderem als „Umwelt-Hasardeur“ gezeigt, der mit unserer Welt ein bisschen Golf spielt.

Dazu passen zwei aktuelle Meldungen: Wissenschaftler haben mit Hilfe von Satellitenberechnungen erkannt, dass der Meeresspiegel schneller steigt als bislang gedacht. Und andere Experten prophezeien, dass in wenigen Jahren kein ordentlicher Wintersport mehr in den Mittelgebirgen möglich sein wird – weil es einfach zu warm ist und es folglich an Schnee mangelt.

Aber wie heißt es so schön bei den Vereinfachern der AfD? „Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. … Seit die Erde eine Atmosphäre hat, gibt es Kalt- und Warmzeiten.“ Ja, ja, blah, blah, der Zitronenfalter heißt so, weil er Zitronen faltet – und ab Aschermittwoch lässt uns der Klimawandel endlich in Ruh‘.

Tilo