Tilo: Anfeuern

Seit Freitag ist der Hagener Weihnachtsmarkt offiziell geöffnet. Mit einer kleinen, aber beeindruckenden Feuershow durften Organisator Dirk Wagner und Oberbürgermeister Erik O. Schulz den Startschuss geben. Das Schöne am Hagener Markt: Es ist wieder (fast) alles wie immer. Tilo findet seine Lieblingsbuden und das Riesenrad genau dort, wo sie seit Jahren stehen. Es ist doch beruhigend, dass es in unserer schnelllebigen Zeit noch Konstanten gibt.
In Sachen Weihnachtsmärkte ist vor allem am kommenden Wochenende im Raum Hagen die „Hölle“ los. Von Garenfeld bis Selbecke, von Haspe bis Herdecke – überall tummeln sich Vereine, Privatleute, Kirchengemeinden, Schulen und andere Initiativen mit ihren diversen Ständen, Buden und Basaren.

Es ist ja erstaunlich, was inzwischen alles auf die Beine gestellt wird und wie viele schöne Produkte auf den ganzen Märk­ten feilgeboten werden. Da muss man wahrlich nicht in die Ferne schweifen. Bei der Weihnachtsmarkt-­Eröffnung am Freitag war auch ein größerer Teil der Hagener Rathausspitze zugegen – die Herren Dezernenten machten jedoch ein eher bedröppeltes Gesicht.

Das lag nicht an der schönen Feuershow, sondern an einem Ereignis ein paar Stunden zuvor. Denn eigentlich hatte man sich noch auf eine zweite „Feuer-­Show“ am Freitag gefreut – auf die Grundsteinlegung für das neue Feuerwehrgeräte­haus in Halden. Hier sollen unter anderem mehrere freiwillige Löschgruppen zeitgemäß untergebracht werden. Als Bauwerk ist ein Haus vorgesehen, das jenen Wachen ähnelt, die in den vergangenen Jahren unter anderem in Haspe und Emst rea­lisiert worden sind. Insofern handelt es sich also um eine Art „Ware von der Stange“.

Doch in Deutschland braucht man für jedes Haus, das errichtet werden soll, eigentlich eine Baugenehmigung – das gilt auch für Feuerwachen. Doch genau dieses amtliche Schriftstück hatte irgendein Zuständiger – wer auch immer es war – vergessen zu fertigen. Nun hätte man den Antrag vielleicht nachreichen können, aber in Halden gibt es ein paar Leute, die die Errichtung der Feuerwache gern verhindern möchten – für sie wäre die nicht vorhandene Baugenehmigung natürlich eine Steilvorlage im Hinblick auf eine rechtliche Auseinandersetzung geworden. Damit hätte man richtig gut „zündeln“ können.

Deshalb wurde die Grundsteinlegung in Halden kurzerhand verschoben – bis eines fernen Tages doch noch alle notwendigen Anträge unter Dach und Fach sind. Vielleicht können wir den zuständigen Menschen ein bisschen „anfeuern“, damit’s schneller geht.

Tilo