Tilo: Sprachlos

Es gibt wenige Momente im Leben, in denen Tilo sprachlos ist. Warum auch? Sprache verbindet Menschen. Es macht Spaß, seine Erfahrungen und Geschichten mit dem Gegenüber zu teilen. Manchmal darf es auch einfach ein Witz sein, um die Stimmung zu verbessern. Und gerade jetzt, wo die Ferienzeit praktisch vor der Tür steht, werden auch Fremdsprachenkenntnisse wieder gefragt sein. Denn: Die Deutschen sind ja (fast) Reiseweltmeister, erkunden viele Orte in Nah und Fern. Da hilft es, mindestens Englisch zu sprechen. Egal ob in den Niederlanden, USA oder Japan – mit einer Fremdsprache ist das Gespräch mit völlig fremden Menschen möglich.

Doch wenn Tilo durch Hagen geht, fällt ihm etwas ganz anderes auf. Viele Bewohner der Volmestadt reden nicht mehr miteinander, sondern starren auf ihr Smartphone. Die Kommunikation wandert in die digitale Welt ab.

Gut, werden manche sagen, das hat nicht nur Nachteile. Mit dem smarten Minicomputer – mit dem man übrigens auch telefonieren kann – in der Hand liegt einem die Welt quasi zu Füßen. Schnell das Wetter checken, bei Instagram Fotos der Freundin anschauen und nebenbei eine Überweisung machen für einen Pullover, der extra aus den USA importiert wird. Klingt wie ein digitales Schlaraffenland.

Auf die Spitze treiben es aber so manche Eltern. In der Mittagspause beobachtet Tilo regelmäßig, wie auf dem Friedrich-Ebert-Platz kleine Kinder verzweifelt um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern ringen. Statt sich mit ihrem Nachwuchs zu unterhalten und zu spielen, bleiben die Eltern stumm und starren weiter auf ihr Bildschirm. Die Konsequenz daraus: Auch die Kinder verlieren irgendwann den Spaß am Reden.

Das wiederum hat Auswirkungen auf den Schulalltag. Wenn die Übung fehlt, passieren Fehler. Und wieder wird den Kindern die Motivation genommen, weil schlechte Leistungen schlechte Noten nach sich ziehen. Die verheerende Folge: trotz modernster Technik eine sprachlose Gesellschaft.

Falls Sie auch einmal wieder sprachlos sind, hier etwas zum Schmunzeln und Weitererzählen: Zwei Kelten laufen durch einen Schneesturm. Sagt der eine: „Scheiß Kälte.“ Sagt der andere: „Selber scheiß Kelte“.

Tilo